Friedenszitate

Seit September 2005 stellt das Frauennetzwerk für Frieden hier jeden Monat ein Friedenszitat ein. Auf diese Weise wollen wir sowohl Menschen, die sich für Frieden einsetzen oder eingesetzt haben, eine Stimme verleihen, als auch Euch zum Nachdenken anregen, inspirieren und ermutigen.

APRIL 2021

Die Mißstände in der Gesellschaft sind kein Produkt unabwendbarer Naturgesetze, sondern das Produkt ungeschickter Gesellschaftseinrichtung. Wir müssen uns eben anders einrichten.

Weiterlesen

März 2021

Erinnern heißt verändern.

Initiative 19. Februar Hanau

Leitspruch der Gedenkveranstaltungen anlässlich des ersten Jahrestages des rechtsrerroristischen Anschlages in Hanau. Nach den rassistischen Morden an Mercedes Kierpacz, Ferhat Unvar, Gökhan Gültekin, Hamza Kurtović, Said Nesar Hashemi, Sedat Gürbüz, Kaloyan Velkov, Fatih Saraçoğlu und Vili Viorel Păun am 19.02.2020 in Hanau, gründeten Angehörige und Aktivist*innen die Initiative 19. Februar Hanau. Seitdem organisiert die Initiative Mahnwachen, Kundgebungen und Demonstrationen und setzt sich für eine vollständige Aufklärung der rassistischen Morde und gegen das Vergessen der Opfer ein. Sie gibt Betroffenen einen Raum zum Trauern, zum Erinnern und zum Austausch und macht auf rassistische Strukturen wie auch Alltagsrassismus in unserer Gesellschaft aufmerksam.

 Mehr über die Initiative 19. Februar Hanau findet sich hier.  

Februar 2021

We've learned that quiet isn't always peace.

Amanda Gorman (*7. März 1998)

Gorman ist eine afroamerikanische Poetin und Aktivistin. Bereits 2015 veröffentlichte sie ihren ersten Gedichtband „The One for Whom Food is Not Enough“. Neben ihrem Studium der Soziologie an der Harvard University veröffentlichte sie außerdem gleichzeitig Texte im Studierenden-Newsletter „The Edit“ der New York Times.

Gorman trug bei der Amtseinführung von Joe Biden 2021 ihr Gedicht „The Hill We Climb“ vor. Damit war sie mit 22 Jahren die jüngste Poetin, die je zu diesem Anlass eingeladen wurde. Besonders vor dem Hintergrund der Proteste gegen rassistische Polizeigewalt und xenophobe Strukturen in den Vereinigten Staaten, dem kürzlichen Angriff auf das Kapitol und der tiefen gesellschaftlichen Spaltung in politische Lager hat sich Gorman mit ihrem Gedicht dafür ausgesprochen, aus den Erfahrungen zu lernen und die Versöhnung untereinander zu suchen, um solche strukturellen Probleme gemeinsam überwinden zu können. Ihr Werk stimmt einen hoffnungsvollen Ton an und unterstreicht eine tiefe Sehnsucht nach Frieden.

Januar 2021

Wenn wir Bäume pflanzen, dann pflanzen wir Samen für Frieden und Hoffnung.


Wangari Maathai (1940-2011)

Wangari Maathai war eine kenianische Professorin, Aktivistin und Politikerin.
Sie erhielt nach ihrem Studium in Atchinson, Pittsburgh, Gießen und München als erste Frau aus Kenia den Doktortitel an der University of Nairobi. Mit ihrem Engagement in Kenias Nationalem Frauenrat, den sie selbst knapp zehn Jahre als Präsidentin leitete, brachte Maathai die Frauenbewegung des Landes stark voran. Außerdem gründete sie das Green Belt Movement, welches durch Aufforstung der Entwaldung und der damit einhergehenden Bodenerosion in Kenia entgegenwirken sollte. Für ihre beeindruckende Arbeit wurde ihr 2004 der Friedensnobelpreis verliehen.

 

Dezember 2020

Wir alle lernten die Einsamkeit kennen; und wir begriffen, dass die einzige Lösung die Liebe ist, und dass Liebe durch Gemeinschaft entsteht.

Zitat der US-amerikanischen christlichen Sozialistin, Frauenrechtlerin und Pazifistin Dorothy Day (1897 - 1980).

Während ihres Studium an der University of Illinois war sie Mitglied der Sozialistischen Partei Amerikas. Sie wurde Journalistin und begann nach dem College für kommunistische Zeitungen zu schreiben. In Kalifornien trat sie in die Kommunistische Partei der USA ein und gilt als Pionierin der Partei in diesem Bundesstaat.

Weil es nicht mit ihren kommunistischen Überzeugungen vereinbar war, lehnte sie das Christentum ab. Nach der Geburt ihrer Tochter endeckte sie aber ihre Leidenschaft für Religion und wurde Vertreterin eines christlichen Anarchismus. Gemeinsam mit dem Prister Peter Maurin gründete sie die Katholische Arbeiter*innenbewegung.

Sie war eine überzeugte Frauenrechtlerin und Pazifistin und wurde mehrere Male inhaftiert (das letzte Mal mit 75 Jahren), weil sie gegen politische Entwicklungen protestierte. Weltweit ist sie als eine der bedeutendsten Aktivistinnen für Frieden anerkannt. Sie war Kandidatin für den Friedensnobelpreis, wurde aber aufgrund ihrer "Radikalität" abgelehnt.

 

November 2020

Die Kultur des Friedens als Basis der politischen Verhältnisse, das ist der Schatz der neuen Werte, den die Frau dem öffentlichen Leben bringen will und das ist die Berechtigung ihres politischen Strebens. Friede, dauernder Friede ja ewiger Friede, ist unser Losungswort.

Zitat von der polnischen Frauenrechtlerin und Delegierten des Internationalen Frauenfriedenskongresses in Den Haag Zofia (Emilia) Daszyńska-Golińska (1860-1934).

Zofia Daszyńska-Golińska gehört zu den bekanntesten Frauenrechtlerinnen der ersten polnischen Frauenbewegung. Nach ihrem Studiem der Ökonomie, Geschichte, Philosophie und Politik, ließ sie sich in Krakau nieder, wo sie bis 1914  lehrte. Darüberhinaus war sie in den bedeutendsten polnischen Frauenvereinen aktiv. Ihre zentralen Anliegen waren die Gleichberechtigung der Frau, der Kampf gegen den Alkoholismus und die politische Einflussnahme von Frauen.

Neben (Agnes) Emily Napieralski, die als Delegierte des Verbandes der Polinnen der Vereinigten Staaten von Amerika und der nordamerikanischen Frauenbewegung am ersten internationalen Frauenkongress in 1915 Den Haag teilnahm, war Zofia Daszyńska-Golińska die einzige Abgesandte der polnischen Frauenvereine.

Zur Biographie Daszyńska-Golińska's sowie ihrer persönlichen Eindrücke von der Internationalen Frauenkonferenz näher bei Angelique Leszczawski Schwerk: Zwischen Frieden und Krieg? Die internationale Friedensbewegung in den Diskursen und Visionen der polnischen Frauenrechtlerin Zofia (Emilia) Daszynska-Golinska

 

Oktober 2020

We can only do Peace together.

Zitat von der diesjährigen Bertha von Suttner Peace Prize Gewinnerin Julia Kharashvili.  

Julia Kharashvili ist seit 1994 Friedensaktivistin und Direktorin der unabhängigen zivilen Organisation "Consent" (IDP Women Association Consent (IDPWA)). Im Fokus ihrer Arbeit standen zunächst Kinder und Jugendliche in politisch verfeindetet Regionen und später auch Emanzipation vom Konflikt betroffener Frauen. Darüber hinaus wurde sie in verschiedene Gremien der UN, der OSZE und der NATO berufen, unter anderem im Rahmen der internationalen Bemühungen zur Umsetzung der UN-Sicherheitsratsresolution 1325 und des CEDAW-Abkommens.  

Ein Portrait über Julia Kharashvili finden Sie hier.

September 2020

An den Regierungsspitzen dürfen nur sitzen
Männer oder Frauen, die einzig auf Frieden bauen.

Gerda Lilli Basten-Ewert, geboren am 18.11.1919, verstorben am 30.08.2016, erstes Ehrenmitglied des Frauennetzwerk für Frieden e.V.

Anlässlich der in diesem Monat anstehenden Kommunalwahlen in Nordrhein-Westfalen (dem Bundesland, in dem das FNF behimatet ist) und überhaupt in Bezug auf sämtliche demokratischen Wahlen dieser Welt ein Zitat, das wir sehr passend fanden. 

August 2020

Frieden ist neben Liebe das Allerwichtigste im Leben.
Zitat von Hildegard Pelchen, aktiv bei den Frauen für den Frieden Berlin und neues Mitglied im Frauennetzwerk für Frieden e.V.

Juli 2020

Die Fähigkeit des Menschen zur Vernunft hat die Vereinten Nationen möglich gemacht. Der Hang des Menschen zur Unvernunft macht sie notwendig. Der Sieg der Vernunft wird es sein, wenn eines Tages alle Staaten und Regionen in einer Weltnachbarschaft nach den Prinzipien der Vereinten Nationen zusammen leben und zusammen arbeiten.

Willy Brandt, geb. am 18. Dezember 1913 als Herbert Ernst Karl Frahm, gest. 8. Oktober 1992, war der vierte Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland. Im Jahr 1971 erhielt er den Friedensnobelpreis für seine neue Ostpolitik unter dem Motto "Wandel durch Annäherung".
1973 - im Jahr des Beitritts der BRD und DDR zu den Vereinten Nationen - sprach er als erster Deutscher vor der UN. Diese wurde vor 75 Jahren kurz nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs in Europa, aber noch vor dem Kriegsende in der Pazifikregion in New York gegründet. Dag Hammarskjöld, UNO-Generalsekretär von 1953-1961, beschrieb den Gedanken ihrer Gründung einmal so: „The United Nations was not created in order to bring us to heaven, but in order to save us from hell." Sie hat es nicht immer geschafft, die schrecklichen Kriege der Vergangenheit und auch der Gegenwart zeugen davon. Doch die UNO ist bis heute ohne Alternative und - trotz aller strukturellen Mängel - weiterhin bitter nötig.
Wir gratulieren den Vereinten Nationen zum 75. Geburtstag und wünschen uns, dass die Worte Willy Brandts einst eintreten werden.

 

    • Kontakt

      Telefon: +49(0)228 - 62 67 30
      Fax: +49(0)228 - 62 67 80
      E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! 

    • Anschrift

      Frauennetzwerk für Frieden e.V.
      Dr. Werner-Schuster-Haus
      Kaiserstr. 201
      D-53113 Bonn