Friedenszitate

Seit September 2005 stellt das Frauennetzwerk für Frieden hier jeden Monat ein Friedenszitat ein. Auf diese Weise wollen wir sowohl Menschen, die sich für Frieden einsetzen oder eingesetzt haben, eine Stimme verleihen, als auch Euch zum Nachdenken anregen, inspirieren und ermutigen.

Juni 2022

We do not ask you to be pro-Israel. We do not  ask you to be pro-Palestine. But we demand from you to be pro-peace! We demand from you to be against injustice!

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Mai 2022

Move the money from war to peace!

Slogan der Women's International League for Peace and Freedom (WILPF), auf Deutsch etwa: "Rüstet ab und investiert in den Frieden!"

Angesichts der 100 Milliarden, die als "Sondervermögen" in die Bundeswehr investiert werden sollen, und der damit einhergehenden Fast-Verdopplung des deutschen  Verteidigungsetats auf 2% des Bruttoinlandsprodukts, ist dieser Satz heute aktueller denn je.

April 2022

The time to ban and eliminate nuclear weapons is now. It is the only way to guarantee that the inhabitants of the planet will be safe from this existential threat. it is either the end of nuclear weapons, or the end of us.
Aus einem offenen Brief  von Friedensnobelpreisträger*innen und Bürger*innen der Welt gegen  Krieg und Atomwaffen.
Hier kann mensch den offenen Brief unterschreiben.

März 2022

In schlechten Zeiten hoffnungsvoll zu sein, ist nicht allein töricht romantisch. Es basiert vielmehr auf der Tatsache, dass die menschliche Geschichte nicht nur eine Geschichte der Grausamkeit ist, sondern auch eine Geschichte des Mitgefühls, der Opferbereitschaft, des Mutes, der Freundlichkeit. Was wir in dieser komplexen Geschichte hervorheben, bestimmt unser Leben. Wenn wir nur das Schlimmste sehen, zerstört das unsere Fähigkeit, etwas zu tun. Wenn wir uns aber an jene Zeiten und Orte erinnern - und es gibt so viele -, in denen Menschen sich großartig verhalten haben, gibt uns das die Kraft zum Handeln und zumindest die Möglichkeit, den Kreisel der Welt in eine andere Richtung zu lenken. Und wenn wir handeln, und sei es auch nur im Kleinen, müssen wir nicht auf eine große utopische Zukunft warten. Die Zukunft ist eine unendliche Abfolge von Gegenwarten, und jetzt so zu leben, wie wir glauben, dass Menschen leben sollten, trotz allem, was um uns herum schlecht ist, ist selbst ein wunderbarer Sieg.

Howard Zinn, 1922-2010, US-amerikanischer Historiker und Politikwissenschaftler, dessen Schwerpunkt die Beschäftigung mit Bürgerrechts- und Friedensbewegungen war. Das englische Originalzitat findet ihr hier.

Februar 2022

Frieden zu schaffen ist eine große Herausforderung, Frieden zu wahren eine Kunst.

aus dem Jahresthema 2022 „Eine Kultur des Friedens: Dialog, Kooperation und die Kunst des friedlichen Miteinanders“ der Deutschen Gesellschaft für die Vereinten Nationen

Januar 2022

Der Verstand kann uns sagen, was wir unterlassen sollen. Aber das Herz kann uns sagen, was wir tun müssen.

Joseph Joubert (geb. 07. Mai 1754  in Montignac, gest. 04. Mai 1824 in Paris), französischer Essayist

Dezember 2021

Wir wissen, dass jedes Leben seine gottgeschenkte, unverbrüchliche Würde hat und jedes Leben gleich zählt: das der jesidischen Frau, das des syrischen Kindes, das des afghanischen Mannes. Sie alle brauchen Schutz, Aufnahme und eine Zukunft – und wir sind als Teil der großen Menschheitsfamilie solidarisch an ihrer Seite.

Ausschnitt aus dem Gemeinsamen Appell der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und der Arbeitsgruppe „Christliche Vision“ des Koordinierungsrates für Belarus vom 18.11.2021

Unser Friedenszitat im Dezember 2021 stammt aus einem gemeinsamen Appell der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und der Arbeitsgruppe „Christliche Vision“ des Koordinierungsrates für Belarus. Anlässlich der katastrophalen Situation an der Grenze zwischen Polen und Belarus fordert der Appell vom 18.11. alle politisch Verantwortlichen auf, unverzüglich humanitäre Hilfe zu ermöglichen, geltendes Recht einzuhalten und Menschen nicht zum Spielball von Politik zu machen.

So heißt es in dem Appell auch „Wir glauben an den, der zu denen draußen vor das Tor gegangen, wo kein Recht mehr gilt, und keine Würde (Hebräer 13,12-14). Wir glauben an den, der dorthin gegangen ist, wo die Menschen ausgesetzt und eingekesselt sind: in der Kälte, im Schlamm, zwischen Stacheldraht. Von dort, aus dem Grenzland, erreicht uns Jesu Stimme. Er schreit zum Himmel.“ und „Wie kann unsere Antwort anders aussehen als ihm zu antworten und unsere Stimmen für diejenigen zu erheben, die niemand sehen und hören will“.

Wir als FNF begrüßen und unterstützen die klaren Worte der Kirche gegen die Instrumentalisierung von Menschenleben durch das Regime von Lukaschenko und die Abschottungspolitik der EU! Grünes Licht für die Aufnahme der Menschen in Not!

November 2021

Frieden bedeutet für mich die Freiheit und die Chance zu wählen, wer ich sein will.

Zitat von Tsitsi Dangarembga (Autorin und Filmemacherin aus Simbabwe,  Preisträgerin des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels 2021)

Tsitsi Dangarembga hält sich selbst nicht für „politisch sehr engagiert“, dabei könnte ihr Leben und Werk kaum politischer sein. 1959 wurde sie in der damaligen britischen Kronkolonie Südrhodesien geboren, ihre frühe Kindheit verbrachte sie jedoch mit ihren Eltern in England. Erst nach der einseitigen Unabhängigkeitserklärung Rhodesiens kehrte die Familie zurück nach Afrika, in das heutige Simbabwe. Später studierte Dangarembga Filmregie an der Deutschen Film- und Fernsehakademie in Berlin.

Wegen ihres Geschlechts und ihrer Hautfarbe musste die Autorin sich in ihrem Leben stets gegen andere behaupten. Dieser Kampf zeigt sich auch in ihren Werken, denn in ihren Charakteren steckt auch immer ein Teil von ihr selbst. So produzierte sie mit „Everyone's Child“ als erste Schwarze Frau einen Film in Simbabwe. Am 24. Oktober 2021 wurde ihr nun als erster Schwarzer Frau der „Friedenspreis des Deutschen Buchhandels“ verliehen.

In ihrer Romantrilogie „Tambudzai“ schreibt Dangarembga über das Aufwachsen einer jungen Frau und zeigt so exemplarisch „den Kampf um das Recht auf ein menschenwürdiges Leben und weibliche Selbstbestimmung in Simbabwe“. Die Jury nennt die Preisträgerin eine „hörbare Stimme Afrikas in der Gegenwartsliteratur“. Sie zeige soziale und moralische Konflikte auf, die weit über den regionalen Bezug hinausgingen und „Resonanzräume für globale Gerechtigkeitsfragen eröffnen“.

Die 62-Jährige lebt heute mit ihrer Familie in Simbabwe und setzt sich dort neben ihrer Arbeit als Autorin und Regesseurin gegen Gewalt und Korruption ein. Nach einem Aufruf zu einer Demonstration im Jahr 2020 wurde sie kurzzeitig inhaftiert und anschließend auf Bewährung freigelassen. Für ihre inspirierenden Bücher und Filme sowie ihren Aktivismus wurde Dangarembga in die 100-Women-Liste 2020 der BBC aufgenommen. Neben dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels erhielt sie in diesem Jahr auch den „PEN Pinter Prize“ und den „PEN International Award for Freedom of Expression“.

Oktober 2021

i stand
on the sacrifice
of a million women before me
thinking
what can i do
to make this mountain taller
so the women after me
can see farther

"legacy", Gedicht von Rupi Kaur, indisch-kanadische Schriftstellerin und Dichterin

Rupi Kaur wurde 1992 in Indien geboren, wuchs aber in Toronto, CA auf.  Zunächst veröffentlichte sie ihre Werke anonym, begann aber 2013 diese unter ihrem Namen auf der Socia-Media-Plattform Tumblr zu posten. Später wechselte sie zu Instagram, wodurch sie die Bezeichnung "Instapoet" erhielt. Ihre Gedichte sind meist sehr kurz, leicht zu verstehen und vor allem vollständig kleingeschrieben. Dieses Merkmal kopierte Rupi Kaur aus der Gurmukhi-Schrift, die zum Schreiben ihrer Muttersprache Panjabi verwendet wird. Sie selbst legt dabei Wert darauf, dass alle Buchstaben gleich "behandelt" werden, entsprechend ihrer Weltanschauung. 

Insgesamt veröffentlichte sie bereits drei Gedichtbände, die Gedichte in diesen ergänzte sie selbst mit kleinen, einfachen Illustrationen.  Ihr erstes Buch "milk and honey" (Milch und Honig), eine Anthologie aus eigener Lyrik, Prosa und Illustrationen, erschien 2014. 2017 folgte der zweite Band "the sun and her flowers" (Die Blüten der Sonne). Beide Werke waren extrem erfolgreich, mit 3,5 Millionen Exemplaren macht "milk and honey" sogar Homers Odyssee Konkurrenz. 

In ihren Werken setzt die Dichterin sich mit einem breiten thematischen Spektrum von Freundschaft und Liebeskummer bis Migration, Gewalt und Trauma auseinander. Auch ihr politischer Aktivismus, besonders im Bereich Feminismus, wird in ihren Gedichten sichtbar. Es war ein Post zu diesem Thema, welcher ihr die Aufmerksamkeit der Welt einbrachte. Auf ihren Social-Media-Profilen setzt sie sich für diverse Themen auch außerhalb von Gedichten ein, wodurch sie immer wieder Kritik von anderen Nutzer*innen erhält. So kreierte sie beispielsweise eine Serie von Posts zum Thema Menstruation und brachte damit das Netz gegen sich auf. Instagram selbst löschte einige dieser Beiträge, davon ließ Rupi Kaur sich allerdings nicht beeinflussen. Im letzten Jahr erschien ihr neuestes Buch "home body" (Zu Hause in mir). Zudem ist sie weiterhim auf Instagram und ähnlichen Plattformen sehr aktiv. 

Unsere Vorstandsfrau Annegret Krüger zitierte das Gedicht "legacy" während der FNF-Jubiläumsfeier am 12.09.2021 in Bonn.

September 2021

Wie kommt es, dass Länder, die wir als "stark" bezeichnen, so mächtig sind, wenn es darum geht, Kriege zu führen, aber so schwach, wenn es darum geht, Frieden zu schaffen? Wie kommt es, dass es so leicht ist, Waffen zu beschaffen, aber so schwer, Bücher zu liefern? Warum ist es so leicht, Panzer zu bauen, aber so schwer, Schulen zu errichten?

Zitat von Malala Yousafzai (Kinder- und Frauenaktivistin,  jüngste Friedensnobelpreisträgerin), am 10. Dezember 2014

Bekannt wurde Malala, geboren 1997 in Pakistan, durch ihren Blog, auf welchem sie von ihrem Alltag im vom Taliban beherrschten Land berichtete. Trotz des Schulverbots für Mädchen besuchte sie mit ihren Freundinnen weiterhin die Schule. Auf ihrem Blog, aber auch im echten Leben setzte sie sich damals schon stark für Bildung, besonders für Mädchen, ein, wodurch sie in das Sichtfeld der Extremisten geriet. Obwohl sie im Internet durch ein Pseudonym anonym blieb, wurde ihre Identität letztendlich enthüllt. Als Folge wurde sie am 9. Oktober 2012 Opfer eines Attentats, das sie schwer verletzt überlebte. 

Nach Birmingham geflogen und behandelt, erholte sie sich von ihrer Verletzung und begann bald damit, weiter für die Bildung junger Mädchen zu kämpfen. In Zusammenarbeit mit der UNESCO wurde der Malala Fund gegründet, welcher weltweit das Recht von Kindern auf Bildung durchsetzen sollte. Malala hielt Reden, veröffentlichte ihre Biografie und setzte sich auf viele weitere Arten für das Recht auf Bildung ein.

Anfang 2013 wurde öffentlich, dass sie für den Friedensnobelpreis nominiert wurde. Im folgenden Jahr wurde ihr dieser gemeinsam mit dem Inder Kailash Satyarthi zuerkannt. Dies macht sie zur bisher jüngsten Friedensnobelpreisträgerin. 

Das Zitat stammt aus der Rede, die sie bei der Verleihung des Preises am 10. Dezember 2014 hielt. 

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