Friedenszitate

Seit September 2005 stellt das Frauennetzwerk für Frieden hier jeden Monat ein Friedenszitat ein. Auf diese Weise wollen wir sowohl Menschen, die sich für Frieden einsetzen oder eingesetzt haben, eine Stimme verleihen, als auch Euch zum Nachdenken anregen, inspirieren und ermutigen.

Oktober 2022

Frieden ist nicht nur das Gegenteil von Krieg. Frieden ist nicht nur der Zeitraum zwischen zwei Kriegen, Frieden ist mehr. Frieden ist das Gesetz menschlichen Lebens. Frieden ist dann, wenn wir recht handeln und wenn zwischen jedem einzelnen Menschen und jedem Volk Gerechtigkeit herrscht.

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September 2022

Wir brauchen 39,6 Milliarden Dollar, damit jedes Kind zwölf Jahre zur Schule gehen kann. Das klingt viel, doch die Summe gibt die Welt in nur acht Tagen für Militär aus. Das Geld ist da, es ist eine Frage der Prioritäten.

Malala Yousafzai, Kinderrechtsaktivistin, wurde 1997 in Pakistan geboren. Bereits als Jugendliche setzte sie sich öffentlich für das Recht von Mädchen auf Bildung ein, welches ihr  von den Taliban verwehrt wurde. Dies machte sie im Jahr 2012 zum Ziel eines gewalttätigen Angriffs, den Malala nur knapp überlebte. 2014 gründete sie die Malala Stiftung, mit der sie sich für den Zugang von Mädchen zu Bildung einsetzt. Dafür wurde sie 2014 als jüngste Person überhaupt mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet,  gemeinsam mit Kailash Satyarthi, einem indischen Kinderrechts- und Bildungsaktivist.

August 2022

Wir dürfen nicht zulassen, dass die Lüge des Atomzeitalters, die Bombe biete Schutz vor militärischen Übergriffen, wieder Fuß fasst. Wir müssen diesen gefährlichen Mythos jetzt entkräften, bevor die Katastrophe eines Atomkriegs das Leben auf der Erde zerstört (...) Der einzige Weg, um sicherzustellen, dass die Menschheit niemals Atomwaffen einsetzt, besteht darin, auf sie zu verzichten und sie abzuschaffen.

Setsuko Thurlow, geb. 1932.

Setsuko Thurlow ist eine japanisch-kanadische Aktivistin und eine Hibakusha, eine Hiroshima-Überlebende. Sie setzt sich seit Jahrzehnten weltweit für nukleare Abrüstung ein. Das Zitat stammt aus einer Rede, die sie anlässlich der Nuclear Ban Week in Wien im Juli 2022 gehalten hat. Sie spricht sich klar für den Atomwaffenverbotsvertrag (Treaty on the Prohibition of Nuclear Weapons) aus, der seit 2021 in Kraft ist und bisher von 86 Staaten unterzeichnet wurde (Stand Juni 2022). Der Vertrag verbietet Entwicklung, Produktion, Test, Erwerb, Lagerung, Transport, Stationierung und Einsatz von nuklearen Waffen. 

Das Zitat im Original: 

"We cannot allow the lie of the nuclear age that the bomb offers a shelter from military storms to take hold again. We have to disavow that dangerous myth now before the catastrohpic hurricane of nuclear war destroys life in earth (...) The only way to ensure that humanity never uses nuclear weapons is for humanity to renounce and abolish them."

Juli 2022

There is no pro-life movement that is not also pro-death: pro-war, pro-guns, pro-military and police. (...) Women´s rights are NEVER won. If we don´t move forward, we move backwards.

Emilia Zenzile Roig, geb. 1983 in Dourdan, Frankreich

Emilia Zenzile Roig ist Politologin, Autorin und Aktivistin.  In ihrer Arbeit und Forschung beschäftigt sie sich mit Themen der Intersektionalität, Dekolonisierung und Anti-diskriminierung.  Sie hat 2017 das Center for Intersectional Justice in Berlin gegründet und 2021 ihr Buch "Why we matter: Das Ende der Unterdrückung" veröffentlicht.

Im Juni 2022 hat der Oberste Gerichtshof der USA, der Supreme Court, ein 50 Jahre altes Grundsatzurteil und damit das konstitutionell verankerte bundesweite Recht auf Schwangerschaftsabbrüche gekippt. Seit dem 24. Juni liegt es nun im Ermessen der einzelnen Bundesstaaten, zu entscheiden, ob Schwangerschaftabbrüche legal bleiben. Es wird damit gerechnet, dass mehr als die Hälfte aller Bundesstaaten Schwangerschaftabbrüche kriminalisieren werden. Expert*innen schätzen ein, dass diese Entscheidung weitreichende und lebensbedrohliche Konsequenzen für alle Personen, die schwanger werden können, hat und dass das Urteil die USA im Kampf um Gleichberechtigung um Jahrzehnte zurückwerfen wird. 

 

Juni 2022

We do not ask you to be pro-Israel. We do not  ask you to be pro-Palestine. But we demand from you to be pro-peace! We demand from you to be against injustice!

Rami Elchanan und Bassam Aramin vom Parents Circle Families Forum

("Wir bitten euch nicht darum, pro-Israel zu sein. Wir bitten euch nicht darum, pro-Palästina zu sein. Aber wir fordern von euch, für den Frieden zu sein! Wir fordern von euch, gegen Ungerechtigkeit zu sein!")

Das Zitat entstammt einem Vortrag, den Rami Elchanan und Bassam Aramin am 13. Juni 2022 in Bonn gehalten haben

Die Aktivisten, die beide eine Tochter durch die jeweils andere Seite verloren haben, setzen sich seit vielen Jahren für Frieden in Israel/Palästina ein und fordern ein Ende der Gewalt und der Besatzung. 

Mai 2022

Move the money from war to peace!

Slogan der Women's International League for Peace and Freedom (WILPF), auf Deutsch etwa: "Rüstet ab und investiert in den Frieden!"

Angesichts der 100 Milliarden, die als "Sondervermögen" in die Bundeswehr investiert werden sollen, und der damit einhergehenden Fast-Verdopplung des deutschen  Verteidigungsetats auf 2% des Bruttoinlandsprodukts, ist dieser Satz heute aktueller denn je.

April 2022

The time to ban and eliminate nuclear weapons is now. It is the only way to guarantee that the inhabitants of the planet will be safe from this existential threat. it is either the end of nuclear weapons, or the end of us.
Aus einem offenen Brief  von Friedensnobelpreisträger*innen und Bürger*innen der Welt gegen  Krieg und Atomwaffen.
Hier kann mensch den offenen Brief unterschreiben.

März 2022

In schlechten Zeiten hoffnungsvoll zu sein, ist nicht allein töricht romantisch. Es basiert vielmehr auf der Tatsache, dass die menschliche Geschichte nicht nur eine Geschichte der Grausamkeit ist, sondern auch eine Geschichte des Mitgefühls, der Opferbereitschaft, des Mutes, der Freundlichkeit. Was wir in dieser komplexen Geschichte hervorheben, bestimmt unser Leben. Wenn wir nur das Schlimmste sehen, zerstört das unsere Fähigkeit, etwas zu tun. Wenn wir uns aber an jene Zeiten und Orte erinnern - und es gibt so viele -, in denen Menschen sich großartig verhalten haben, gibt uns das die Kraft zum Handeln und zumindest die Möglichkeit, den Kreisel der Welt in eine andere Richtung zu lenken. Und wenn wir handeln, und sei es auch nur im Kleinen, müssen wir nicht auf eine große utopische Zukunft warten. Die Zukunft ist eine unendliche Abfolge von Gegenwarten, und jetzt so zu leben, wie wir glauben, dass Menschen leben sollten, trotz allem, was um uns herum schlecht ist, ist selbst ein wunderbarer Sieg.

Howard Zinn, 1922-2010, US-amerikanischer Historiker und Politikwissenschaftler, dessen Schwerpunkt die Beschäftigung mit Bürgerrechts- und Friedensbewegungen war. Das englische Originalzitat findet ihr hier.

Februar 2022

Frieden zu schaffen ist eine große Herausforderung, Frieden zu wahren eine Kunst.

aus dem Jahresthema 2022 „Eine Kultur des Friedens: Dialog, Kooperation und die Kunst des friedlichen Miteinanders“ der Deutschen Gesellschaft für die Vereinten Nationen

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