„Wir brennen alle für eine Sache, deshalb sind wir auch hier!“ – Bericht vom Streitschlichtungstreff 2019

Streitschlichtung 2019 PlakatMehr als 70 Anmeldungen – das hatten wir noch nie! Unser 7. Regionaler Streitschlichtungstreff der Schulen in der Region Bonn/Rhein-Sieg/Erft sprengte diesmal all unsere Erwartungen: Drei Schulen mussten wir sogar auf das nächste Jahr vertrösten, weil alle Plätz bereits vor Anmeldeschluss belegt waren. Fast 60 Schüler*innen und knapp 20 Lehrkräfte aus zehn verschiedenen Schulen kamen am Donnerstag, dem 07.02.2019, im Kardinal-Frings-Gymnasium in Bonn-Beuel zusammen, um einen ganzen Tag lang miteinander zu arbeiten und zu diskutieren.

Los ging es mit einem Input unserer Trainerin Silke Maringer zum Thema „Sprache und Gewalt“. Welche Formen von Sprache und Kommunikation kennen wir? Wie kann Sprache genutzt werden, um Gewalt auszuüben? Und welche Besonderheiten hat eigentlich diese „Jugendsprache“? Weiter ging es im Anschluss in vier verschiedenen Workshops, drei für Schüler*innen, einer für Lehrkräfte. Silke Maringer vertiefte das Thema Sprache und Gewalt. Hier hatten die Schüler*innen Gelegenheit, sich über eigene Erfahrungen mit verbaler Gewalt auszutauschen und Strategien im Umgang damit zu entwickeln. Gudrun Knittel, Trainerin für konstruktive Konfliktbearbeitung, arbeitete in ihrem Workshop mit den Schüler*innen rund um das Thema „Sich selbst besser kennenlernen – sicher auftreten in der Streitschlichtung“. Denn auch im „inneren Team“ müssen Streitschlichter*innen Konflikte bearbeiten und lernen, mit ihren Gefühlen zu arbeiten. Andreas PetersStreitschlichtung 2019 Lehrerinnen Workshop, Trainer im Team „No-Blame-Approach“, sprach mit den Schüler*innen über Mobbing und Streitschlichtung. Wichtig ist die Abgrenzung zwischen beidem: Denn echtes Mobbing muss außerhalb des Streitschlichtungskontextes bearbeitet werden – hier müssen Lehrkräfte und Expert*innen zur Unterstützung herangezogen werden. Jochen Mangold, Trainer und Mediator, arbeitete mit den begleitenden Lehrer*innen. In seinem Workshop ging es um den lösungsfokussierten Klassenrat – eine Methode der Konfliktbearbeitung, die in den unteren Jahrgangsstufen vielfach erfolgreich angewendet wird, für die in den höheren Stufen aber oftmals viel zu wenig Zeit bleibt. Hier müssen Lehrer*innen Mittel und Wege finden, in den engen Curricula Zeit und Raum für die gemeinsame Arbeit in der Klasse zu schaffen. Denn ein funktionierender Klassenrat stärkt die Beziehungen in der Klasse und ermöglicht ein konstruktives Miteinander – nicht zuletzt auch für die Streitschlichtung.

Nach einem leckeren Mittagessen in der Mensa der Schule stand am Nachmittag der Erfahrungsaustausch in den Gruppen im Mittelpunkt: Was läuft gut in der Streitschlichtung? Welche Erfolge können wir genießen? Was könnte besser laufen? Welchen Herausforderungen und schwierigen Situationen begegnen wir? Dieser Austausch zwischen den verschiedenen Schulen wurde von den Teilnehmenden als sehr hilfreich empfunden. Denn nicht an jeder Schule gibt es die gleichen Bedingungen und die gleiche AStreitschlichtung 2019 Abschlussrundekzeptanz für die Streitschlichtungsprogramme. Oft muss um Ressourcen, Zeit, Räume und Ideen gekämpft werden. Zu sehen, wie andere Schulen all das handhaben und welche Chancen genutzt werden können, stärkt und empowert die in der Streitschlichtung Aktiven. So formulierte es auch eine Schülerin: „Der Austausch hier war mir sehr wichtig. Ich bin froh, heute hier gewesen zu sein!“

In der anschließenden Abschlussrunde sammelte Jochen Mangold vielfältiges Feedback ein. Einhellige Meinung: Die Atmosphäre war toll! Ein Schüler drückte es so aus: „Wir haben uns alle von Anfang an super gut verstanden! Deshalb hatten wir auch kein Problem damit, direkt offen miteinander zu reden.“ Und ein Lehrer ergänzte: „Wir brennen alle für eine Sache, deshalb sind wir auch hier!“ Am Ende bekundeten fast alle die Absicht: Im nächsten Jahr sind wir wieder dabei! Was könnte uns als Veranstalter*innen größere Motivation sein?

Ganz besonders herzlich DANKE sagen wollen wir an dieser Stelle all jenen, die im Hintergrund und beim Streitschlichtungstreff selbst dazu beigetragen haben, dass dieser Tag so reibungslos und erfolgreich ablaufen konnte:

  •  den Parlamentarier*innen des Bonner Spendenparlaments, das uns in diesem Jahr erstmalig förderte und das uns mit seinem großzügigen Zuschuss alle finanziellen Sorgen nahm
  • dem Streitschlichtungsteam, der Schulleitung und dem Förderverein des Kardinal-Frings-Gymnasiums, insbesondere Frau Barbara Kreuser, für die Gastfreundschaft und die Infrastruktur – wir haben uns alle sehr wohl gefühlt bei Ihnen und euch
  • dem Trainer*innenteam, mit dem wir schon so lange vertrauensvoll zusammenarbeiten
  • dem Vorbereitungsteam innerhalb des Frauennetzwerk für Frieden, insbesondere unseren Praktikantinnen Corinna Zipper und Stefanie Golomb, ohne die wir die organisatorische Vorarbeit nie geschafft hätten
  • und last but not least allen teilnehmenden Schüler*innen und Lehrkräften – ihr macht den Streitschlichtungstreff zu dem, was er ist!
Auf ein Wiedersehen im nächsten Jahr!

Aufruf und Unterschriftenaktion: Rettet das Friedensprojekt Europa!

friedensprojekteuropa 2019Für Frieden. Für Menschenrechte. Für Europa.

74 Organisationen rufen zur Rettung des Friedensprojekts Europa auf

Vor den Wahlen zum Europäischen Parlament im Mai 2019 ruft ein breites Bündnis von 74 Organisationen und Institutionen aus neun europäischen Ländern zur Rettung des Friedensprojekts Europa auf. Unter den Unterzeichnenden sind viele Verbände der Friedensbewegung, Kirchen und kirchliche Organisationen, die Hilfswerke Misereor und Brot für die Welt, die Umweltorganisation Greenpeace und auch das Frauennetzwerk für Frieden.

Das Bündnis kritisiert die geplanten Milliardeninvestitionen der Europäischen Union in Rüstungsforschung und die Militärkooperationen mit Drittstaaten. Die EU dürfe keine Staaten aufrüsten, die Krieg führen oder Menschenrechte verletzen. Die Förderung des Friedens und der Menschenrechte dürfe nicht der Abwehr von Flucht und Migration zum Opfer fallen. Angesichts der großen Zahl gewaltsamer Konflikte fordern die Unterzeichner*innen, die EU müsse mehr in gewaltfreie Konfliktbearbeitung investieren.

Bis zur Wahl am 23. bis 26. Mai 2019 sind alle Menschen in der Europäischen Union eingeladen, den Aufruf unter www.rettetdasfriedensprojekt.eu zu unterzeichnen.

Unten finden Sie den vollständigen Text des Aufrufs, eine Liste der 70 unterzeichnenden Organisationen und Institutionen sowie Hintergründe zu den drei Forderungen an das Europäische Parlament.

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Einladung: "Krieg? Ohne Uns!" Eine szenische Lesung

Plakat Veranstaltung ConnectionAm 19.02.2019 um 19 Uhr findet in der Brotfabrik in Bonn eine Szenische Lesung zum Thema Militärstreik und Desertion im 1. Weltkrieg statt, zu der wir Sie herzlich einladen!

In einer etwa 75-minütigen Szenischen Lesung geben Rudi Friedrich von Connection e.V. und der Gitarrist Talib Richard Vogl denjenigen Raum , die sich mit ihrer Desertion oder auf andere Art und Weise gegen den I. Weltkrieg wandten. Mit Texten u.a. von Dominik Richert, Ernst Toller, Wilhelm Lehmann und Richard Stumpf, mit Gedichten, Liedern und Musik werden sie ihren Erlebnissen, Gedanken, Motiven und Konsequenzen nachgehen, auch mit Verweis auf die aktuelle Bedeutung.

Die Lesung wird veranstaltet von dem Verein Connection, der auf internationaler Ebene für ein Recht auf Kriegsdienstverweigerung eintritt, in Kooperation mit Pax Christi, dem Katholischen Bildungswerk sowie mit uns, dem Frauennetzwerk für Frieden.

Weitere Informationen finden Sie hier.

 

Anmeldungen zum 7. Regionalen Streitschlichtungstreff der Schulen +++ UPDATE: Alle Plätze belegt! +++

Am 07.02.2019 findet der 7. Regionale Streitschlichtungstreff der Schulen in der Region Bonn-Rhein-Sieg/ Erft statt. Das Trainingsteam hat für Sie wieder ein interessantes Programm zusammengestellt, so zum Beispiel das Eingangsthema:

Nimmt die verbale Verrohung unter Jugendlichen zu? Oder sind das alles nur freundliche Frotzeleien? Was geht in Ordnung und wo hört der Spaß auf? Wie gehen wir in der Mediation oder auf dem Schulhof mit verbalen Entgleisungen um? Ignorieren oder gegensteuern – wann ist welche Reaktion richtig?

Auf diese und andere Aspekte wollen wir im kommenden 7. Regionalen Streitschlichtungstreff der Schulen der Region Bonn-Rhein-Sieg/Erft eingehen, den wir in Kooperation mit dem anerkannten Bildungsträger BildungsForum Lernwelten und dem Kardinal-Frings Gymnasium veranstalten. Finanziert wird der Streitschlichtungstreff in diesem Jahr vom Bonner Spendenparlament - wir danken herzlich für die großzügige Unterstützung!

Wir freuen uns über Ihr Interesse und nehmen bis zum 23.01.2019 weitere Anmeldungen an - per Email an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder telefonisch unter 0228 – 626730 (auch AB)!

+++ Update: Alle Plätze sind belegt, neue Anmeldungen werden auf eine Warteliste aufgenommen. Nähere Informationen dazu gibt es in unserer Geschäftsstelle. +++

Weitere Informationen und das detaillierte Programm finden Sie hier.

 

Der Newsletter zum Jahresende ist online!

NewsletterFotoNach einigen arbeitsreichen Tagen freuen wir uns, dass wir den letzten Newsletter dieses Jahres noch fertigstellen konnten:

Liebe Freundinnen und Freunde des FNF,

ein ereignisreiches Jahr neigt sich dem Ende zu. Für viele von uns sind die kommenden Wochen eine Zeit der Erholung und Besinnung. Doch längst nicht alle Menschen können Weihnachten und den Jahreswechsel in Frieden feiern. Wir und viele, viele andere Friedensinitiativen arbeiten daran, dass sich das ändert und diese Welt ein besserer Ort für alle wird. In diesem Newsletter berichten wir von unseren Aktivitäten der letzten Monate und von unseren Plänen für 2019. Wir wünschen viel Spaß beim Lesen, danken sehr herzlich für die Unterstützung unserer Arbeit und hoffen, dass wir auch im kommenden Jahren wieder einiges erreichen können. Denn Kriege werden von Menschen gemacht - Frieden auch.

Hier können Sie unseren vollständigen Newsletter lesen. Er beinhaltet unter anderem Berichte über unsere Mitgliederversammlung im Januar und das internationale Bundesfachseminar "Die Quadratur des Kreises für Frauen, Frieden und Sicherheit" sowie die Ankündigung für den Regionalen Streitschlichtungstreff 2019!


Das FNF beim JA-Markt der Möglichkeiten!

FotoJa MarktWas ist wohl mit einem JA-Markt der Möglichkeiten gemeint? Dies ist eine Frage, die sich wahrscheinlich viele Menschen gestellt haben. Der JA-Markt der Möglichkeiten ist durch die Idee dreier Studierender aus der Evangelischen Studierendengemeinde Bonn entstanden. Kurz gesagt, handelt es sich hierbei um ein „Speed Dating für Engagierte“, wie es in der Beschreibung der Organisator*innen heißt. Menschen, die sich ehrenamtlich beteiligen möchten –sei es im Bereich Nachhaltigkeit, Tierschutz, kritische Bildung oder Frieden- konnten sich am 12.12. in den Räumen der ESG inspirieren lassen und Kontakte knüpfen. Denn insgesamt hatten sich hier ca. 35 Organisationen, Vereine und Initiativen eingefunden, die sich an Informationstischen vorstellten und Einblicke in ihre Arbeit gaben. Aber nicht nur für Menschen, die sich engagieren möchten, war der Abend ein Erfolg: Für die anwesenden Organisationen bot die Veranstaltung eine hervorragende Gelegenheit, um sich zu vernetzten und nach Kooperationspartner*innen für Projekte zu suchen!

Innerhalb des breiten Themenspektrums, das beim JA Markt der Möglichkeiten vertreten war, waren das Frauennetzwerk für Frieden und die Gruppe COLPAZ die einzigen, die sich mit dem Thema Frieden beschäftigen. COLPAZ setzt sich mit aktuellen sozialen und politischen Entwicklungen in Kolumbien auseinander und arbeitet daran, den dortigen Friedensprozess der Öffentlichkeit im Köln-Bonner Raum näherzubringen -Ein Thema, das auch für das FNF relevant ist. Insbesondere, weil durch die Forderung zahlreicher Frauenorganisationen eine Genderkommission im Rahmen der kolumbianischen Friedensverhandlungen eingerichtet wurde -was einen Meilenstein in der Geschichte darstellt. Dementsprechend konnten wir einige spannende Gespräche mit der Gruppe COLPAZ führen!

An unserem FNF Stand konnte die derzeitige Praktikantin Corinna Zipper, zusammen mit der ehemaligen Praktikantin Judith Gilsbach mit einem sehr durchmischten Publikum in Kontakt treten, das von Rentner*innen bis hin zu Studierenden und sogar Kindern reichte. Es wurden viele Fragen zur Arbeit des FNF gestellt. Wie engagiert sich das Frauennetzwerk für Frieden auf lokaler Ebene? Wie auf nationaler Ebene? Wir hoffen, dass sich aus den vielen positiven Gesprächen neue Mitgliedschaften ergeben und Menschen sich dazu entschließen, uns aktiv zu unterstützen!

Wir danken der ESG für die Organisation des Abends und natürlich den vielen Besucher*innen! Auch möchten wir denjenigen herzlich Danke sagen, die für alle Teilnehmer*innen ein kostenloses Foodsharing Buffet gezaubert haben! Und das, wie es der Name schon sagt, aus „geretteten“ Lebensmitteln, die andernfalls in die Mülltonne gewandert wären!

Unsere Mahnwache am Internationalen Tag der Menschenrechte

MahnwachefertigDer 10. Dezember ist der Internationale Tag der Menschenrechte –und der Tag der Verleihung des Friedensnobelpreises. Wir, vom Frauennetzwerk für Frieden, sehen Frieden als Voraussetzung für die Wahrung der Menschrechte. Anlässlich des Internationalen Tags der Menschenrechte versammeln wir uns daher seit vielen Jahren zu einer Mahnwache mit der Forderung „Frieden ist ein Menschenrecht“ in Bonn. Wir sind damit nicht allein. Weltweit setzt sich ein Bündnis aus fast 500 zivilgesellschaftlichen Organisationen und einigen Regierungen, vor allem aus dem Globalen Süden, dafür ein, dass das Recht auf Frieden als individuelles Menschenrecht anerkannt und kodifiziert wird –denn das ist bislang noch nicht geschehen. Wichtige Stationen auf dem Weg zum Menschenrecht auf Frieden können Sie unserem Flyer entnehmen, den Sie hier downloaden können.

Die diesjährige Mahnwache auf dem Bonner Müsterplatz am Rand des Weihnachtsmarkts fand nicht gerade unter optimalen Bedingungen statt: Wir hatten mit Kälte und zum Teil starkem Regen zu kämpfen. Trotzdem waren wir insgesamt acht Personen verschiedensten Alters, die sich an der Aktion beteiligten. Innerhalb von nur einer Stunde konnten wir viele Flyer zum Menschenrecht auf Frieden und selbstgebackene Kekse in Form von Friedenstauben verteilen. Durch unser großes Banner "Frieden ist ein Menschenrecht" konnten wir die Aufmerksamkeit der Passant*innen auf uns lenken und einige interessante Gespräche führen. Außerdem lobten uns viele Menschen für unser Engagement trotz des Regens und auch die Presse zeigte Interesse an unserer Arbeit: Ein Mitarbeiter der Kölner Rundschau kam vorbei, um Fotos von der Mahnwache zu machen.

Rückblick und Pläne, Kant und Friedenskultur: Bericht von der FNF-Mitgliederversammlung 2018

MV 2018 PlenumKnapp 20 Teilnehmer*innen hatten am Vorabend des ersten Advents den Weg nach Bonn zu unserer Mitgliederversammlung gefunden. Am Vormittag ging es um Vereinsinternes: Auf der Tagesordnung standen ein Rückblick auf die vielfältige Arbeit des Vereins und seiner Mitgliedsorganisationen im Jahr 2018, die Vereinsfinanzen im vergangenen und laufenden Jahr und vor allem unsere Pläne für 2019. Im kommenden Jahr stehen dem Verein größere Veränderungen bevor: Ein neuer Vorstand soll sich formieren, denn die älteren Vorstandsfrauen möchten ihre Arbeit in jüngere Hände abgeben und werden 2019 nicht mehr zur Wahl stehen. Es stehen schon einige jüngere Frauen bereit und wir sind zuversichtlich, dass wir im ersten Halbjahr 2019 erfolgreich die Weichen für die Zukunft des FNF stellen können. Und auch inhaltlich wurden auf der MV wieder viele Pläne geschmiedet: Das neue Jahr im FNF wird mit dem Streitschlichtungstreff Anfang Februar starten, gefolgt vom Internationalen Frauentag am 08. März. Im Frühjahr steht wieder unsere jährliche Mahnwache am Atomwaffenstandort Büchel an. Für den Sommer plant unsere Bertha-AG verschiedene Aktionen, auch mit der Stadt Bonn, denn nach dem 175-jährigen Geburtstag der Friedensnobelpreisträgerin in 2018 steht auch 2019 ein besonderer Jahrestag an: Der Bertha-von-Suttner-Platz, im August 1949 durch einen Ratsbeschluss der Stadt Bonn nach der großen Friedensaktivistin benannt, feiert seinen 70. Geburtstag. Und im September folgen die Bonner Friedenstage, an denen sich das FNF selbstverständlich wieder beteiligen wird. Viele spannende Aufgaben, auf die wir uns freuen!

Nach dem formalen Teil der MV ging es am Nachmittag weiter mit einer inhaltlichen Diskussion. Den Input übernahm in diesem Jahr Margret Otto (Foto unten, links), Friedenswissenschaftlerin und stellv. Vorsitzende des FNF aus Berlin. Unter dem Titel "Die Friedenskultur in unserer Gesellschaft" referierte sie über Immanuel Kants Verständnis vom Frieden und übertrug die Ergebnisse auf das Grundgesetz und die heutige Zeit. Es ist immer wieder faszinierend, wie aktuell Kants Gedanken von 1795 auch heute noch sind. Man*frau würde sich wünschen, dass seine Schrift „Zum ewigen Frieden“ Pflichtlektüre für unsere Politiker*innen würMV 2018 Margret Heidede!

Im Anschluss an die philosophisch-theoretische Diskussion wurden drei aktuelle Beispiele für gewaltfreie Aktionen und Friedenskultur besprochen: das Bündnis „#unteilbar“, das am 13. Oktober 2018 in Berlin fast 250.000 Menschen für eine solidarische Politik auf die Straße brachte, die weitgehend friedlichen Proteste gegen die Abholzung des Hambacher Forstes im Rheinland sowie das neue Projekt „LOVE-Storm – Gemeinsam gegen Hass im Netz“ des Bund für Soziale Verteidigung, das Menschen in Online-Gegenrede trainiert. Drei ermutigende Initiativen, denen sich jedermann und jedefrau anschließen kann, um sich im eigenen Umfeld gewaltfrei für Frieden, Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit einzusetzen. Sie zeigen, dass die Friedenskultur in unserer Gesellschaft vorhanden ist – wir müssen sie nur stärken und sichtbar machen.

Ein herzlicher Dank geht an dieser Stelle an alle, die zum reibungslosen Ablauf der diesjährigen MV beigetragen, uns mit leckerer Quiche, Salat, Kaffee und Kuchen verwöhnt und so intensiv mitdiskutiert haben! Auf ein baldiges Wiedersehen, spätestens zur MV 2019!

P.S.: Die erste Möglichkeit zum Wiedersehen gibt es am Montag, dem 10.12.2018. Wer Zeit und Interesse hat, der*die ist herzlich eingeladen, gemeinsam mit uns am Tag der Menschenrechte mit unserer traditionellen Mahnwache und unserem Banner „Frieden ist ein Menschenrecht“ vor dem Bonner Münster Präsenz zu zeigen. Treffpunkt ist um 12:30 Uhr an der Ecke Münsterplatz/In der Sürst; alle Infos auch unter „Termine“ .

 

Der 7. Regionale Streitschlichtungstreff der Schulen

SpendenparlamentIm Februar 2019 kann der 7. Regionale Streitschlichtungstreff der Schulen in der Region Bonn-Rhein-Sieg/Erft stattfinden! Das Treffen wird nicht wie gewöhnlich durch den Bonner Friedenslauf finanziert, da dieser nur noch alle zwei Jahre stattfinden wird. Daher freuen wir uns, dass wir zum ersten Mal das Bonner Spendenparlament für die Finanzierung gewinnen konnten! Wir danken den Parlamentarier*innen ganz herzlich für ihr Vertrauen in unser Projekt und freuen uns schon sehr auf Februar.

Mehr Infos zu unserem Streitschlichtungsprojekt und zum Programm 2019 sind hier abrufbar.

 

 

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Rückblick: Unser Kooperationsprojekt „Dörfer der Hoffnung“

Dorfer der Hoffnung Bonn 10 11 2018 DSC0300kleinWas ist Friedenskultur? Und welche, oft unterschätzte, Rolle spielen hierbei die Frauen? Diesen Fragen widmeten sich das Internationale Frauenzentrum Bonn (ifz) und das FNF in ihrem Kooperationsprojekt „Dörfer der Hoffnung“. Das interkulturelle Tanztheaterstück wurde inspiriert durch den Beitrag der Frauen im kolumbianischen Friedensprozess. Ende Oktober fanden die drei Aufführungen des Stücks im Theater Marabu statt und waren ein voller Erfolg: Alle Vorstellungen waren komplett ausverkauft! An der Premiere nahm sogar die Bonner Bürgermeisterin Angelika Kappel teil, an Seite eines internationalen Publikums. 

Die Vorbereitungen zu „Dörfer der Hoffnung“, zu denen die Frauen des ifz den Löwenanteil beitrugen, begannen bereits im August: Die Laiendarstellerinnen nahmen zunächst an zwei Workshops teil, um einen Einblick in das das Thema „Frieden“ zu erlangen. Der erste Workshop mit dem Titel „Was ist Friedenskultur?“ wurde von der FNF-Vorsitzenden Heide Schütz gehalten. Der zweite Workshop, angeleitet von der ifz-Vorsitzenden Constanza Paetau, thematisierte die Rolle der Frau im kolumbianischen Friedensprozess. Schließlich erarbeiteten die Frauen mit der Choreographin Bibiana Jiménez innerhalb von nur zwei Monaten das Stück. Trotz dieses kurzen Zeitraums schafften es die Frauen, ein sehr beeindruckendes und emotionales Tanztheaterstück aufzuführen, das genügend Raum für eigene Interpretationen ließ: „Dörfer der Hoffnung“ zeigte unter anderem, wie sich Frauen aus den Kriegstrümmern erheben und ihren Ort wiederaufbauen. Wie sie sich gegenseitig Mut zusprechen, um ihre Träume zu verwirklichen. Und nicht zuletzt, dass sie männlich dominierte und von Machtdemonstration geprägte Friedensverhandlungen transformieren können. Aber nicht nur die Aufführungen an sich waren ein Erfolg: Bemerkenswert ist, wie die Darstellerinnen aus insgesamt acht Ländern im Laufe des Projekts zu einer Gruppe zusammenwuchsen, sich gegenseitig unterstützten und gemeinsam lernten.

Wir vom FNF konnten an den Abenden im Theater Marabu an unserem Infotisch mit Menschen verschiedenster Herkunft diskutieren und auf die Arbeit des Vereins aufmerksam machen. Wir danken dem ifz für die gelungene Kooperation und ganz besonders den Darstellerinnen für ihren Mut und ihr Durchhaltevermögen! Außerdem sind wir gespannt auf die nächste Ausgabe der Zeitschrift „Matices“, in der eine Fotostrecke und ein Interview mit der Choreographin Bibiana Jiménez veröffentlicht werden. Ein großer Dank geht natürlich auch an die Förder*innen des Projekts, das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW, das NRW Landesbüro Freie Darstellende Künste, den Evangelischen kirchlichen Entwicklungsdienst und der giz im Auftrag vom BMZ.

    • Kontakt

      Telefon: +49(0)228 - 62 67 30
      Fax: +49(0)228 - 62 67 80
      E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! 
      Ansprechpartnerin: Heide Schütz

    • Anschrift

      Frauennetzwerk für Frieden e.V.
      Dr. Werner-Schuster-Haus
      Kaiserstr. 201
      D-53113 Bonn