Bertha-von-Suttner-Platz in Bonn

Bertha von Suttner Stele Bonn1945 ein Trümmerfeld, heute pulsierende Lebensader im Zentrum Bonns - das ist der Bertha-von-Suttner-Platz. Tausende überqueren täglich diesen Platz, der die Schnittstelle zwischen dem Bonner Zentrum und der Bonner Altstadt ist. Doch wie viele von ihnen kennen eigentlich die Frau, die diesem Platz den Namen gab? Als sich Bonn 1945, noch mit Erinnerung an die unfassbaren Verbrechen des Nationalsozialismus, auf den Weg in eine friedfertige Demokratie machte, war vielen Menschen bewusst, dass die Namensgebung der öffentlichen Orte auch ein Programm war: Das klare Bekenntnis zu einer Zukunft in Frieden, eine Entscheidung, die mit dem Versprechen "Nie wieder Krieg!" untermauert wurde.
Jahrzehnte nach Kriegsende ist es längst an der Zeit, Bertha von Suttner angemessen zu würdigen. Nicht nur, in dem der Platz ihren Namen trägt.
Über Jahre hinweg brachte das Frauennetzwerk für Frieden e.V. immer wieder die Idee ins Gespräch, Bertha von Suttner ein Denkmal zu errichten. Mit Vertreter*innen der Politik wurde entschieden, eine Stele aus Edelstahl zu errichten, um Bertha von Suttner zu würdigen und an ihre unermüdliche Arbeit für den Frieden zu erinnern. Die finnische Künstlerin Sirpa Masalin entwarf die Stele.
Am 21. September 2013, dem Internationalen Friedenstag der Vereinten Nationen, wurde die Stele enthüllt. Die Stele ist damit das erste Denkmal im öffentlichen Raum für diese mutige und zukunftsweisende Frau.

 
 "Taufwirrwarr“ in Bonn: Namensgebung des „Bertha-von-Suttner-Platzes“ (1949)

Die Namensgebung war es auch, welche eine handfeste Debatte um die Benennung dieses Platzes auslöste. Wer war Bertha von Suttner? Die Namensgeberin Bertha von Suttner war eine österreichische Schriftstellerin und Pazifistin. Bekanntheit erlang sie als Autorin des Antikriegsromans „Die Waffen nieder!“ und als erste weibliche Friedensnobelpreisträgerin (1905). Die Frage war berechtigt, denn Bertha von Suttner hatte keine direkte Verbindung zu Bonn. Der „General-Anzeiger“ schrieb sogar, dass Bonner Bürger zuerst im Lexikon nachschlagen mussten, um herauszufinden, wer Bertha von Suttner sei. Die namensgebenden Bonner Stadtväter seien friedlich gestimmt gewesen, als sie im August 1949 zu dem Beschluss kamen, den Platz vor der Rheinbrücke so zu benennen. Laut eines Berichts des „General-Anzeiger“ war es der „Wille eines Eigenbrödlers“, den Platz so zu nennen. Der Konflikt, der sich anbahnte, bestand in der Ambivalenz zwischen dem verkehrsreichsten, lauten und repräsentativsten Platz der Stadt und der friedliebenden, ruhigen Frau von Suttner. Die Benennung eines ruhigen Vorortplatzes sei angebrachter, so auch die Meinung von Herrn Prof. Dr. Steinbach, Direktor des Institutes für geschichtliche Landeskunde der Rheinlande der Universität. Viele Bonner Bürger seien empört über die Namensgebung gewesen, sie wollten nicht einfach „die Waffen niederlegen“, wie es der „General-Anzeiger“ mit Vermerk auf von Suttners bekanntestes Werk schrieb. Die Absicht schien die Mahnung an den Krieg zu sein, die Friedensnobelpreisträgerin Bertha von Suttner gab dem Platz ihren Namen, welcher nur entstehen konnte, da dieses Areal im Zweiten Weltkrieg fast komplett von Bomben zerstört wurde. Es gab den Vorschlag, den „Bertha-von-Suttner-Platz“ in „Beethoven-Platz“ umzubenennen und dafür den „Beethoven-Platz“ in der Weststadt nach Bertha von Suttner zu benennen. Dem stimmten laut „General-Anzeiger“ viele Bonner zu. Allerdings wurde er aus postalischen Gründen abgelehnt.

Der gesamte Abschnitt: " 'Taufwirrwarr' in Bonn: Namensgebung des 'Bertha-von-Suttner-Platzes' (1949)" stammt von: Svenja Skowronski, „Bertha-von-Suttner-Platz”, in KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital., https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-57861-20121202-2. Wir bedanken uns an dieser Stelle, dass wir den Textabschnitt übernehmen durften.


 

DIE KÜNSTLERIN SIRPA MASALIN
Die Bildhauerin und Lyrikerin Sirpa Masalin, die 1971 in Finnland geboren wurde, entwarf die Stele von Bertha von Suttner. Zentral für ihre Arbeit ist ihr KANSA-Projekt. "Kansa" kommt aus dem Finnischen und bedeutet "das Volk". Das Projekt verbindet Skulpturen auf der ganzen Welt zu einem Friedensnetzwerk. Auch der kulturelle und geistige Austausch zwischen Finnland und Deutschland sind ihr wichtig. Bis 2013 lebte und arbeitete sie in Niederdürenbach in der Nähe von Bonn, dann zog es sie allerdings zurück in den Norden, wo sie jetzt in Kemijärvi, am Polarkreis des finnischen Lapplands wohnt.

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