20 Jahre Frauennetzwerk für Frieden e.V. – Mit der Genderbrille ins neue Jahrzehnt?

Welche Rollen spielen Frauen und Männer in Kriegen, Konflikten und Friedensprozessen – und warum? Gibt es einen feministischen Friedensbegriff? Was bedeutet es, als weibliche Friedensfachkraft in einem Projekt in Afrika zu arbeiten? Und wie geht die Friedensbewegung mit Geschlechterfragen um?
Die Jubiläumsveranstaltung fand großen Anklang und war sehr gut besucht.
Die Jubiläumsveranstaltung fand großen Anklang und war sehr gut besucht.

Diese und weitere Fragen lockten am Samstag, dem 24.09.2016, mehr als 100 Besucher*innen in die Räume der Regionalvertretung der Europäischen Kommission in Bonn. Anlass für die Veranstaltung war das 20-jährige Jubiläum des Frauennetzwerk für Frieden e.V. (FNF). Sowohl auf dem Symposium „Fokus Gender im Friedensengagement: deutsche und europäische Perspektiven“ als auch in den darauffolgenden Podiumsgesprächen wurde über die Chancen und Herausforderungen der Friedenspolitik, Friedensbewegung, Friedens- und Konfliktforschung sowie praktischer Friedensarbeit diskutiert.

Weitere Informationen zur Jubiläumsveranstaltung finden Sie hier.

 

Kennen Sie diese Frau...?

Heute stand mal wieder Bertha von Suttner auf der Tagesordnung. Mittags trafen wir uns in den Büroräumen des Frauennetzwerks, um zu brainstormen und zu diskutieren, wie Bertha von Suttner und ihre wichtige Friedensarbeit bekannter gemacht werden kann. Obwohl die wunderschöne Stele von Sirpa Masalin seit 2013 auf dem Bertha von Suttner Platz steht, wissen die meisten Bonner*innen nicht, wen diese Stele darstellt, geschweige denn, wer Bertha von Suttner war. Nach einem anstrengenden und produktiven Treffen, entschieden wir uns kurzerhand, eine spontane Aktion an der Stele zu machen. Wir hängten Bertha einen Blumenkranz um, sprachen vorbeilaufende Menschen auf die Stele und die Bedeutung an und verteilen Postkarten mit Zitaten von Bertha. Grade durch diese Spontanität war es eine schöne, entspannte Aktion und wir führten einige interessante Gespräche.

Bertha-Aktion                                        Bertha-Aktion Bertha-Aktion

Fortschreibung des Nationalen Aktionsplans (NAP) der Bundesregierung zur Umsetzung der UNRES 1325 in Deutschland

Bericht vom Treffen des Bündnis 1325 mit der interministeriellen Arbeitsgruppe (IMA) zur UNRES 1325 im Auswärtigen Amt am 04.07.2016 von Margret Otto, Friedensforscherin und stellv. Vorsitzende des FNF

Bei diesem turnusmäßigen Treffen stand die Fortschreibung des Nationalen Aktionsplans (NAP) der Deutschen Bundesregierung zur Debatte. Neben vielen Mitgliedsorganisationen des Bündnis' 1325 waren auch zahlreiche Ministerien vertreten. Leider nahmen keine VertreterInnen des Verteidigungs- und des Finanzministeriums teil, womit wichtige AnsprechpartnerInnen für die Budgetierung und die Frage der friedenspolitischen Ausrichtung des NAP fehlten. 

Das Auswärtige Amt ist umstrukturiert worden und hat jetzt eine neue Abteilung S „Stabilisierung“. Diese Abteilung hat wiederum unterschiedliche Bereiche und dort wird auch schwerpunktmäßig an dem Entwurf des nächsten NAP gearbeitet. Dieser soll in seiner Formulierung sehr viel kürzer und fokussierter werden. Es gibt innerhalb der Abteilung S eine Person, die ausdrücklich damit beauftragt ist, den NAP für die Bundesrepublik Deutschland bis zum Dezember 2016 fertig zu stellen. Das ist ein sehr kurzer Zeitraum und deshalb wird es keine weiteren Konsultationen außerhalb der Ministerien geben. Auch die NATO hat ein spezielles Ressort für UNRES 1325 und NAPs sollen auch damit verbunden werden. Als wichtige Anregung für die derzeitige Konzeptionierung des NAP wurde indirekt auf den zweiten NAP aus Irland hingewiesen.

Durch das Bündnis wurden folgende Themen eingebracht:

  • Konsequente Einbeziehung von Frauen in Friedensprozesse während und nach kriegerischen Auseinandersetzungen
  • Anforderungen an den Prozess der Erarbeitung eines NAP (Kritik an dem u. E. viel zu engen zeitlichen Rahmen, der eine wirkliche Beteiligung von nichtstaatlichen Organisationen faktisch unmöglich macht.)
  • Erhöhung der Kohärenz zwischen den Ministerien und Transparenz der Arbeit der dortigen Positionen. 
  • Transparenz der finanziellen Ressourcen, die im NAP verankert werden.
  • Einbeziehung von Flüchtlingsfrauen als wichtige Gruppe, für die die Forderungen der UNRES 1325 gelten.

 

Besonders unbefriedigend aus Sicht des Bündnis 1325 war der Umstand, dass niemand aus den anwesenden Ministerien eine Auskunft zur Verankerung der UNRES 1325 im Weißbuch der Bundeswehr geben konnte. Im Weißbuch werden inhaltliche und strategische Grundsätze für Bundeswehreinsätze in Kriegsgebieten festgelegt, in denen auch die Resolution gelten soll. Hier fordern wir vor allem anderen sehr viel mehr Transparenz!

20 Wochen gegen 20 Atombomben: Frauen-Mahnwache in Büchel

Ein Kurzbericht von Linda Schmittmann (Praktikantin beim Frauennetzwerk für Frieden e.V.)

Die Aktion „20 Wochen gegen 20 Atomwaffen“ der Kampagne „atomwaffenfrei.jetzt – Büchel ist überall!“ wurde am Montag, dem 23.05.2016, in Büchel tatkräftig vom Frauennetzwerk für Frieden (FNF) unterstützt. Zu fünft machten wir uns aus Bonn mit Bannern und Friedensfahnen auf den Weg, um Teil der Mahnwache zu werden. Von 11 bis 17 Uhr harrten wir vor den Toren des Fliegerhorsts Büchel aus, um zusammen mit weiteren Frauen und Männern der Internationalen Frauenliga für Frieden und Freiheit (IFFF/WILPF) an die Lagerung der Atomwaffen zu erinnern und für ihre Abrüstung zu demonstrieren. Die Forderung Bertha von Suttners: „Die Waffen nieder!“ hatten wir auf unserem eigens für die Mahnwache angefertigten Banner mit „Atomwaffen auch!“ ergänzt. Außerdem war die Silhouette ihrer Stele am Bertha-von-Suttner-Platz in Bonn in leuchtendem Blau auf dem Banner sichtbar. So wurde den ein- und ausströmenden Bundeswehrsoldat_innen und auch den vielen anderen Autofahrer_innen, die den Verkehrskreisel passierten, unsere Botschaft deutlich. Viele der Vorbeifahrenden nickten uns zustimmend zu, andere machten mit ihren Fingern das Peacezeichen. Durch unsere bunten Peace-Fahnen und Banner konnten wir bestimmt viele Menschen erreichen und auf die Negativfolgen von Atomwaffen und besonders auf ihre Lagerung in der sonst so friedlichen Eifel hinweisen. 

Um auch weiterhin in Erinnerung zu bleiben, haben wir unser FNF-Banner auf der Friedenswiese kurz vor der Einfahrt zum Fliegerhorst hinterlassen. Dort können sich alle Organisationen, die sich in den 20 Wochen an der Kampagne beteiligt haben, „verewigen“ und ein Zeichen des Friedens hinterlassen.

Mahnwache Büchel

Verliehen aber nicht vergeben – der Skandal um den Anita-Augspurg-Preis in München

von Heidi Meinzolt, langjährige Nahostkoordinatorin und internationale Vertreterin der IFFF, wohnhaft in München

Die unabhängig besetzte Gleichstellungskommission und die Jury aus 4 Vertreterinnen Münchner Frauenverbände haben ein einstimmiges Votum dafür abgegeben, der IFFF/WILPF in diesem Jahr den Anita-Augspurg-Preis zu verleihen.

Auszug aus der Begründung: „Das langjährige, entschiedene und wirksame Eintreten für sowohl emanzipatorische Ziele als auch für die frauenpolitische Sicht auf Krieg, Kriegsprävention und Frieden haben seit 100 Jahren einen ureigenen Zugang für politisches Engagement von Frauen installiert, das maßgeblich zur Gestaltung der Stadtgesellschaft beigetragen hat… Es ist besonders positiv, dass sich die Münchner Gruppe zukunftsweisend und hochaktuell weiterhin den Bedarfen und Bedürfnissen der geflohenen Mädchen und Frauen zuwendet, sowie seit Jahren durch gezielte Informationsveranstaltungen in München gegen Frauen- und Menschenhandel (zum Zwecke der sexuellen Ausbeutung) und sexualisierte Gewalt vorgeht…“

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    • Kontakt

      Telefon: +49(0)228 - 62 67 30
      Fax: +49(0)228 - 62 67 80
      E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! 
      Ansprechpartnerin: Heide Schütz

    • Anschrift

      Frauennetzwerk für Frieden e.V.
      Dr. Werner-Schuster-Haus
      Kaiserstr. 201
      D-53113 Bonn