Friedenszitat des Monats Juni 2020

Friedenszitat Juni 2020 Aminata TouréDie weltweiten Protest- und Solidaritätsbewegungen, die sich in Folge der gewaltsamen Ermordung des Schwarzen US-Amerikaners George Floyd in den USA entwickelten, haben auch in Deutschland eine dringend notwendige Debatte über strukturellen und institutionellen Rassismus und rassistische Polizeigewalt entfacht.

Auch wir selbst als Friedensorganisation, die aus überwiegend weißen Zusammenhängen entstanden ist, müssen einen selbstkritischen Blick auf unsere Arbeit werfen und uns fragen, wie tiefgreifend wir selbst für rassistische Strukturen sensibilisiert sind und wie wir unsere Solidarität mit Schwarzen Bewegungen in Deutschland und weltweit zum Ausdruck bringen können. Denn auch Friedensarbeit kann rassistische Strukturen reproduzieren, unreflektiert dulden oder sogar ungewollt verstärken.

Für unser Friedenszitat des Monats Juni haben wir deshalb einen Satz der Politikerin und ersten afrodeutschen Landtagsvizepräsidentin Aminata Touré gewählt: „Es fehlt nicht an Schwarzen, die sprechen, sondern an Weißen, die zuhören.“ Denn schon seit Jahrzehnten setzen sich BIPoc-Aktivist*innen und -Gruppen (BIPoC = Black, Indigenous and People of Color) in Deutschland dafür ein, Rassismus sichtbar zu machen und diesem entgegenzutreten. Viel zu lange wurden ihre Stimmen von der weißen Mehrheitsgesellschaft nicht gehört und/oder marginalisiert.

In der aktuellen Debatte wollen wir daher insbesondere Schwarzen Aktivist*innen wie der Anti-Rassismus-Trainerin Tupoka Ogette (Autorin von „exitRacism“ und Gastgeberin des „Tupodcast“), der Journalistin Alice Hasters (Autorin von „Was weiße Menschen nicht über Rassismus hören wollen, aber wissen sollten“), der seit den 1980er Jahren tätigen Organisation ISD Bund e.V. Initiative Schwarze Menschen in Deutschland und vielen weiteren zuhören, von ihnen lernen und uns selbst befähigen, Rassismus, da, wo er uns begegnet, zu erkennen, offen zu legen und ihm entschieden entgegenzutreten.

Kleine Schritte für den Frieden: Online-Spendenaktion für den Frieden anstelle des 15. Bonner Friedenslaufes

Online Spendenaktion statt FriedenslaufDer ursprünglich für den 25. September 2020 geplante 15. Bonner Friedenslauf musste aufgrund der Corona-Pandemie in diesem Jahr abgesagt werden. Für den Spendenlauf waren 2.000 Teilnehmende im Hofgarten erwartet worden.  Der Ausfall des Spendenlaufs ist nicht nur für die vielen Schüler*innen enttäuschend, sondern bedeutet auch, dass wichtige Spenden für die Friedensarbeit des Forum Ziviler Friedensdienst e.V. und die Streitschlichtungsarbeit des FNF fehlen.

Schüler*innen, Lehrer*innen, Eltern und Interessierte können deshalb nun online mit ihrer persönlichen Spendenaktion auf www.run4peace.eu/bonn für den Frieden an den Start gehen. Das muss nicht unbedingt ein Friedenslauf sein. Auch jede andere Aktion für den Frieden ist möglich: Rad fahren, Skaten, Postkarten schreiben, eine „Zu-Verschenken-Kiste“ vor das Haus stellen, Häkeln oder den eigenen Geburtstag nutzen, um Spenden zu sammeln? Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Eine Spendenaktion kann jede*r in wenigen Minuten online starten. Sie bietet in der jetzigen Zeit eine willkommene Abwechslung für Jung und Alt und kann, anders als der große Friedenslauf, einzeln oder im engsten Familienkreis durchgeführt werden. Alle Kinder und Jugendlichen entscheiden selbst darüber, ob und mit welcher Aktion sie teilnehmen.

Wir freuen uns über Ihre Teilnahme! Den Informationsbrief an alle Schüler*innen und Eltern können Sie hier nachlesen.

FNF-Mitgliedsorganisation "Frauen wagen Frieden" richtet sich mit Forderungen an politische Entscheidungsträger*innen

Die FNF-Mitgliedsgruppe Frauen wagen Frieden richtete sich in den vergangenen Wochen gleich mehrfach an politische Entscheidungsträger*innen. Am 15.06. wandten sich Frauen wagen Frieden und die Pfälzer Initiative Entrüstet Euch gemeinsam an die politischen Mandatsträger*innen der Stadt Kaiserslautern.  Anlass war der 75. Gedenktag des Atombombenabwurfs auf Hiroshima und Nagasaki, an dem die "Mayors for Peace Städte" durch das Hissen der entsprechenden Flagge an den Abwurf der Atombomben in Japan erinnern. Die Initiativen fordern die Lokalpolitik in diesem Kontext dazu auf, die Bedeutung des Gedenktages an die Bürger*innen zu kommunizieren und in diesem Prozess auch die ICAN-Erklärung gegen die Fortschreibung der atomwaffengestützten Verteidigung durch Anschaffung neuer Flugzeuge einzubeziehen und politisch aktiv zu werden. Die Stadt Kaiserlautern trat dem ICAN-Appell im April 2019 bei.  

Darüber hinaus veröffentlichte Frauen wagen Frieden am 04.06. gemeinsam mit dem Jerusalemsverein eine Presseerklärung zur geplanten Annexion von Teilen des Westjordanlandes durch den Staat Israel. Darin fordern sie eine klare öffentliche Positionierung gegen die Annexionspläne. Die Pressemitteilung kann hier nachgelesen werden. 

Geburtstagsfeier an der Bertha-Stele: 177 Jahre Bertha von Suttner

Den 177. Geburtstag von Bertha von Suttner am Dienstag, dem 9. Juni, nahmen wir gemeinsam mit dem Netzwerk Friedenskooperative zum Anlass, am „Bertha-von-Suttner-Platz“ in Bonn an die große Schriftstellerin und Friedensnobelpreisträgerin von 1905 zu erinnern. Zur Feier des Tages wurde die Bertha-Stele mit Blumen geschmückt. Friedensfahnen und bunte Kreidebilder auf dem Platz machten auf den Geburtstag der österreichischen Friedensaktivistin aufmerksam. Durch eine Tablet-Slideshow und eine digitale Hörstation an der Bertha-Stele erhielten die Bonner Bürger*innen außerdem die Gelegenheit, mehr über das Leben und Wirken der Namensgeberin "Bertha" und die Aktualität ihrer Ideen zu erfahren. Auf selbstgebastelten Zitat-Plakaten konnten interessierte Passant*innen in Kurzform mehr über die bedeutenden Botschaften der Autorin und Pazifistin erfahren. Als Erinnerung an die Geburtstagsfeier schossen viele Teilnehmer*innen ein Polaroid-Geburtstagsfoto mit Bertha, das sie sich anschließend zusammen mit einer Zitat-Postkarte mit nach Hause nahmen. Weitere Bilder von der Aktion gibt es hier. Einen Bericht des "Schaufenster Bonn" gibt es hier. Ein herzlicher Dank geht an die Bertha-AG und an alle anderen, die die Aktion möglich gemacht haben!

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17 Nichtregierungsorganisationen formulieren Empfehlungen an die Bundesregierung zur Umsetzung der UN-Resolution 1325

Policy Briefing zum Dritten Nationalen Aktionsplan der BundesregierungIn diesem Jahr feiert die UN-Resolution 1325 zu Frauen, Frieden und Sicherheit ihr 20-jähriges Jubiläum. Vor zwei Jahrzehnten erkannte die internationale Gemeinschaft erstmals an, dass die Mitwirkung von Frauen an Friedensprozessen erheblich zur internationalen Sicherheit beiträgt. Die Resolution verlangt außerdem den Schutz vor sexualisierter Kriegsgewalt und die konsequente Strafverfolgung.  Im Herbst 2020 legt die Bundesregierung ihren Dritten Nationalen Aktionsplan zur Umsetzung vor. Damit diese gelingt, hat ein breites zivilgesellschaftliches Netzwerk bestehend aus 17 Organisationen, darunter das FNF, konkrete Empfehlungen formuliert. Die zentrale Forderung des Papiers "Die Agenda Frauen, Frieden und Sicherheit. Was zählt, ist die Implementierung": Geschlechtergerechtigkeit muss in allen Politikfeldern der Außen- und Innenpolitik verwirklicht werden!

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Fortbildungen in Zeiten von Corona

Screenshot Fundraising WorkshopAuch und gerade in Zeiten von HomeOffice und Corona-Pandemie wollen wir uns als Verein weiterentwickeln:  Eine große Hilfe dabei waren die Kolleg*innen vom Netzwerk Friedenskooperative, die uns gleich zwei Online-Workshops anboten. Am Freitag, 15. Mai, sprachen wir mit Philipp vom Netzwerk Friedenskooperative über Fundraising-Strategien und Organisationsentwicklung.  Mit dabei waren Jenni, Kira, Annegret und Steffi  vom FNF-Vorstand, unsere Geschäftsführerin Elise und unsere Praktikantin Lailah (siehe Foto). Am Dienstag, 26. Mai, konnten sich alle Teilnehmer*innen bei einem Bildbearbeitungsworkshop mit Philipps Kollegen Marvin kreativ ausleben und lernten das Bildbearbeitungsprogramm Gimp besser kennen. Dabei entstanden erste Vorlagen für die Website und auch die Social-Media Nutzung. Auch hier waren mit Steffi und Daniela wieder zwei Vorstandsfrauen, Elise, Lailah und unsere ehemalige Praktikantin Ronja fleißig dabei. Für beide Workshops sind in den kommenden Wochen und Monaten auch Follow-Up-Workshops geplant.  Wir danken dem Netzwerk Friedenskooperative ganz herzlich für den kollegialen Austausch und die konstruktiven Workshops!

Equal Care Manifest veröffentlicht: FNF gehört zu den Erstunterzeichner*innen

Screenshot Equal Care Manifest 19.05.2020Heute, am 19.05.2020, veröffentlichte ein breites Bündnis aus Organisationen und Einzelpersonen das Manifest zum Equal Care Day mit 18 Forderungen rund um die Pflege- und Sorgearbeit. Gerade in diesen Zeiten, da wir angesichts des Corona-Virus deutlicher denn je vor Augen geführt bekommen, wie essentiell und gleichzeitig prekär Care Arbeit immer noch ist, ein wichtiges Zeichen. Das FNF unterstützt das Manifest als Erstunterzeichnerin, denn die gerechte Verteilung und die Anerkennung von Sorgearbeit, die immer noch hauptsächlich von Frauen geleistet wird, tragen maßgeblich zum gesellschaftlichen Frieden bei. Das FNF befindet sich dabei in prominenter Gesellschaft von z.B. UN Women Nationales Komitee Deutschland, Oxfam Deutschland, Terre des femmes, Femnet und der Bundeszentrale für politische Bildung. Hier können auch Sie die Forderungen des Manifests mit Ihrer Unterschrift unterstützen und ihnen damit politisches Gewicht verleihen. Wir danken allen Menschen, die an diesem wichtigen Dokument mitgearbeitet haben!

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Rettungskette für Menschenrechte - 2020 nur virtuell, 2021 hoffentlich dann "richtig"

Virtuelle Rettungskette 16.05.2020Eigentlich war für Samstag, den 16.05.2020, eine Menschenkette quer durch Deutschland bis nach Südeuropa geplant. Als "Rettungskette für Menschenrechte" sollte sie an das Schicksal der Menschen an den europäischen Außengrenzen und in den griechischen Flüchtlingslagern erinnern. Auch das FNF wäre gemeinsam mit vielen anderen Initiativen in Bonn dabei gewesen. Leider musste die Menschenkette, wie so vieles andere, wegen des Corona-Virus abgesagt werden. Ersatzweise haben wir deshalb am 16.05. zumindest virtuell über die Sozialen Medien ein Zeichen gesetzt (s. Grafik links). Ein Dank geht an die Evangelische Landeskirche Baden für die Erstellung der Grafik. Voraussichtlich im April 2021 soll die Menschenkette wiederholt werden - dann hoffentlich "richtig" mit vielen Tausend Menschen in ganz Deutschland und darüber hinaus! Alle Informationen zu der Aktion finden sich auf der Website der Initiative.

Sichtbar sein! Bericht zur Kundgebung am 8. Mai am sowjetischen Ehrenmal in Berlin

ein Bericht von Margret Otto, ehemalige Margret Kriegerdenkmal 8.5.2020
stellv. Vorsitzende des FNF (Foto links)


Am 8. Mai 2020 gab es eine Kundgebung zum Gedenken an die Befreiung vom Hitlerfaschismus durch die sowjetische Armee. Die Friedenskoordination Berlin hatte dazu aufgerufen und trotz der Einschränkungen wegen der Corona-Pandemie nahmen etwas 200 Menschen an der Kundgebung teil. 50 Personen waren durch die Veranstalter zugelassen, viele andere kamen auf die beKriegerdenkmal 08.05.2020nachbarten Freiflächen. So gab es auch in diesen Zeiten des eingeschränkten öffentlichen Lebens ein öffentlich sichtbares Zeichen des Gedenkens.


Die Vernichtungspolitik Deutschlands führte zu Millionen Opfern unter der Zivilbevölkerung der Sowjetunion und in der sowjetischen Armee. Und die Befreiung Deutschlands konnte wieder nur unter großen Opfern erreicht werden. Rednerinnen und Redner der Kundgebung wiesen auf die drohenden Gefahren durch die von der deutschen Regierung betriebene Aufrüstung und forderten eine friedenspolitisch orientierte Politik gegenüber Russland.

Ihre zentralen Forderungen:

  • Das Großmanöver Defender 2020 muss abgewendet werden!
  • Der geplante Einsatz bewaffneter Drohnen, die ebenfalls in Deutschland stationiert werden sollen, muss verhindert werden!
  • Der von Deutschland betriebene Waffenhandel muss aufhören!

75 Jahre nach Kriegsende: Anzeige der Frauen für den Frieden Berlin im Freitag

Anzeige 8.Mai Freitag 202075 Jahre nach Kriegsende veröffentlichten heute neun Frauen eine Anzeige in der Wochenzeitung "der Freitag": als Kriegskinder, die das Ende des Krieges noch am eigenen Leib erfahren haben, und als FriedensFrauen, die sich seit Jahrzehnten für Frieden, Versöhnung und den Dialog mit Russland einsetzen. Unter ihnen sind unsere ehemalige Vorsitzende und FNF-Mitgründerin Heide Schütz sowie Hildegard von Meier, langjähriges FNF-Mitglied aus Berlin. Wir danken für ihre Erlaubnis, den Text der Anzeige hier in voller Länge wiederzugeben. Eine russischsprachige Version der Anzeige findet sich hier.

In diesem Jahr stoppte CORONA weitgehend das NATO-Militärmanöver DEFENDER 2020, angekündigt als das größte Manöver seit 25 Jahren. Deutschland sollte hier auf Grund seiner geostrategischen Lage eine zentrale Rolle spielen. Wer oder Was stoppt nun künftige NATO-Militärmanöver in
Mitteleuropa Richtung Russland? Das fragen wir Kriegskinder, die sich vor 40 Jahren in Berlin der damals gerade gegründeten Initiative FRAUEN FÜR DEN FRIEDEN angeschlossen haben, einer autonomen Frauenfriedensbewegung.

Heute sagen wir wieder: Wir fühlen uns durch diese „Sicherheitslogik“ der NATO nicht beschützt, sondern sind empört über diese Provokation! Wir wollen eine „Friedenslogik“, die auf gegenseitigem Vertrauen beruht! Müssen wir zulassen, dass wieder Panzer auf deutschen Straßen gen Osten rollen? Ist vergessen, dass Deutschland 1941 einen Vernichtungskrieg gegen die Sowjetunion begann, mit Verbrechen wie dem Hunger- und Kältetod von 3,3 Millionen sowjetischen Soldaten in deutscher Kriegsgefangenschaft und einer 872 Tage dauernden Belagerung von Leningrad mit über einer
Million Hungertoten?

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      Telefon: +49(0)228 - 62 67 30
      E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! 

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      Frauennetzwerk für Frieden e.V.
      Dr. Werner-Schuster-Haus
      Kaiserstr. 201
      D-53113 Bonn