Die weltweiten Protest- und Solidaritätsbewegungen, die sich in Folge der gewaltsamen Ermordung des Schwarzen US-Amerikaners George Floyd in den USA entwickelten, haben auch in Deutschland eine dringend notwendige Debatte über strukturellen und institutionellen Rassismus und rassistische Polizeigewalt entfacht.
Auch wir selbst als Friedensorganisation, die aus überwiegend weißen Zusammenhängen entstanden ist, müssen einen selbstkritischen Blick auf unsere Arbeit werfen und uns fragen, wie tiefgreifend wir selbst für rassistische Strukturen sensibilisiert sind und wie wir unsere Solidarität mit Schwarzen Bewegungen in Deutschland und weltweit zum Ausdruck bringen können. Denn auch Friedensarbeit kann rassistische Strukturen reproduzieren, unreflektiert dulden oder sogar ungewollt verstärken.
Für unser Friedenszitat des Monats Juni haben wir deshalb einen Satz der Politikerin und ersten afrodeutschen Landtagsvizepräsidentin Aminata Touré gewählt: „Es fehlt nicht an Schwarzen, die sprechen, sondern an Weißen, die zuhören.“ Denn schon seit Jahrzehnten setzen sich BIPoc-Aktivist*innen und -Gruppen (BIPoC = Black, Indigenous and People of Color) in Deutschland dafür ein, Rassismus sichtbar zu machen und diesem entgegenzutreten. Viel zu lange wurden ihre Stimmen von der weißen Mehrheitsgesellschaft nicht gehört und/oder marginalisiert.
In der aktuellen Debatte wollen wir daher insbesondere Schwarzen Aktivist*innen wie der Anti-Rassismus-Trainerin Tupoka Ogette (Autorin von „exitRacism“ und Gastgeberin des „Tupodcast“), der Journalistin Alice Hasters (Autorin von „Was weiße Menschen nicht über Rassismus hören wollen, aber wissen sollten“), der seit den 1980er Jahren tätigen Organisation ISD Bund e.V. Initiative Schwarze Menschen in Deutschland und vielen weiteren zuhören, von ihnen lernen und uns selbst befähigen, Rassismus, da, wo er uns begegnet, zu erkennen, offen zu legen und ihm entschieden entgegenzutreten.



Auch und gerade in Zeiten von HomeOffice und Corona-Pandemie wollen wir uns als Verein weiterentwickeln: Eine große Hilfe dabei waren die Kolleg*innen vom Netzwerk Friedenskooperative, die uns gleich zwei Online-Workshops anboten. Am Freitag, 15. Mai, sprachen wir mit Philipp vom 
Eigentlich war für Samstag, den 16.05.2020, eine Menschenkette quer durch Deutschland bis nach Südeuropa geplant. Als "Rettungskette für Menschenrechte" sollte sie an das Schicksal der Menschen an den europäischen Außengrenzen und in den griechischen Flüchtlingslagern erinnern. Auch das FNF wäre gemeinsam mit vielen anderen Initiativen in Bonn dabei gewesen. Leider musste die Menschenkette, wie so vieles andere, wegen des Corona-Virus abgesagt werden. Ersatzweise haben wir deshalb am 16.05. zumindest virtuell über die Sozialen Medien ein Zeichen gesetzt (s. Grafik links). Ein Dank geht an die Evangelische Landeskirche Baden für die Erstellung der Grafik. Voraussichtlich im April 2021 soll die Menschenkette wiederholt werden - dann hoffentlich "richtig" mit vielen Tausend Menschen in ganz Deutschland und darüber hinaus! Alle Informationen zu der Aktion finden sich auf der 
nachbarten Freiflächen. So gab es auch in diesen Zeiten des eingeschränkten öffentlichen Lebens ein öffentlich sichtbares Zeichen des Gedenkens.
75 Jahre nach Kriegsende veröffentlichten heute neun Frauen eine Anzeige in der Wochenzeitung 

