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Frieden fördern – auf jeder Ebene! 8. Regionaler Streitschlichtungstreff im Helmholtz-Gymnasium Bonn

ein Bericht von Ronja Liertz, Praktikantin des FNF Januar-März 2020

Am 30. Januar war es wieder soweit: Der mittlerweile 8. Regionale Streitschlichtungstreff der SchulenStreitschlichtungstreff Begrüßungin der Region Bonn/Rhein-Sieg/Erft fand statt, dieses Mal im Helmholtz-Gymnasium in Bonn-
Duisdorf. Nachdem die Schüler*innen und Lehrer*innen der Schule schon an vorherigen
Streitschlichtungstreffen teilgenommen hatten, waren sie dieses Jahr selbst als Gastgeber*innen
aktiv, halfen bei der Organisation und sorgten für einen reibungslosen Ablauf der Veranstaltung in
den großen, modernen Räumlichkeiten der Schule. Der Platz war auch wirklich nötig: Mehr als 90
Teilnehmer*innen kamen in diesem Jahr zusammen, was uns, das das Orga-Team vom
Frauennetzwerk für Frieden, sehr erfreute. Dies zeigt auch auf, welchen Stellenwert Themen wie
Streit, Mobbing, Konfliktbearbeitung und Frieden im Alltag der Schulen haben, Tendenz steigend. Das
Feedback sowohl von Schülern*innen als auch von den Lehrkräften aus verschiedenen Schulformen
bestätigte dies: Es habe gutgetan, dieser wichtigen Problematik Raum zu geben und sich einen
ganzen Tag ausschließlich damit beschäftigen zu können.


Das bewährte Trainingsteam, bestehend aus den erfahrenen Trainer*innen Gudrun Knittel, Joachim
Mangold, Silke Maringer und Andreas Peters, führte die große Gruppe an unterschiedliche Themen
der Streitschlichtung heran und moderierte insgesamt vier parallele Workshops. Mit viel Engagement
gelang es ihnen, die ernsten und schwierigen Themen in einer lockeren, freundschaftlichen und
sicheren Atmosphäre anzugehen.Streitschlichtung

Nach einer Kennenlernrunde zu Beginn stach eines besonders hervor: Die Streitschlichtung wirddringend benötigt, ist jedoch meistens zu unbekannt und steht sogar oft innerhalb der Schule mit
vorherrschenden Strukturen im Konflikt. Rasch wurde klar: Die Streitschlichtung braucht eine
stärkere Lobby! Generell sei es oft schwierig, sozialen Themen und Aufgaben ein Gewicht zu geben,
besonders im Zusammenhang mit Pflicht- und Prüfungsfächern, deren Inhalte im Lehrplan
abgehandelt werden müssen. Einer der vier Workshops beschäftigte sich mit dieser
Herausforderung. Zusammen mit der Trainerin Silke Maringer arbeitete die Schüler*innen-Gruppe
heraus, wie man*frau den Mehrwert einer stabilen Streitschlichtung an den Schulen verdeutlicht und
den Bekanntheitsgrad der Streitschlichtungs-AG steigern kann, beispielsweise durch Aktionen
während der Pausen oder durch Vorstellungsrunden in den Klassen 5 und 6.


In einem anderen Workshop, moderiert von Gudrun Knittel, ging es um Konflikte aus eigener
Erfahrung und wie das Wissen aus der Streitschlichtung unterstützend auf diese übertragen werden
kann. Wie können wir uns gegenseitig in Alltagssituationen helfen? Ein intensiver, persönlicher
Erfahrungsaustausch der Jugendlichen machte deutlich, wie unverzichtbar ein geschützter Raum und
ein Sicherheitsgefühl sowohl für die Streitschlichtung als auch für das gewaltfreie Lösen persönlicher
Konflikte ist. Methodisch wurde dafür u.a. das PAG-Modell (Projekt Alternativen zu Gewalt)
angewandt.

Beim Thema „Mobbing“ war spürbar, wie wichtig es für die Schüler*innen war, darüber zu sprechen.Streitschlichtung
In dem mit fast 30 Schüler*innen größten Workshop, angeleitet durch Andreas Peters, ging es um die
Behandlung von Mobbingfällen in der Streitschlichtung und vor allem darum, Mobbing als solches zu
erkennen und zu definieren. Viele Mobbing-Vorfälle in der Schule werden nicht als solche
bezeichnet. In der Gruppe wurde daraufhin erarbeitet, welche Hinweise und Signale es für
Außenstehende gibt. Ein Schüler fasste treffend zusammen, dass Mobbing allgegenwärtig an allen
Schulen zu finden sei, unabhängig von Schulform und Alter. Auch Mobbingfälle innerhalb der
Streitschlichtung wurden besprochen, um die (zukünftigen) Streitschlichter*innen für diese
Problematik zu sensibilisieren. Über Mobbing an Schulen muss deutlich und gleichzeitig sensibel
gesprochen werden – was genau eine der vielen Schwierigkeiten in diesem Zusammenhang darstellt.
Allemal gilt der Aufruf: Wenn einer Person etwas auffällt, nicht nur zuschauen – sondern helfen.

Auch die Lehrkräfte bildeten eine Workshop-Gruppe und tauschten sich unter Leitung von Joachim
Mangold detailliert über die Erfahrungen und den Stand der Streitschlichtung an den jeweiligen
Schulen aus. Die Teilnehmenden konnten von anderen Herangehensweisen, Erfahrungen und
Lösungsansätzen profitieren, lernen und etwas für die eigene Schule mitnehmen. Der Lerneffekt, der
besonders durch die Diversität der teilnehmenden Schulen herbeigeführt wurde, war zentral für die
Lehrer*innen. Auch hier war das Fazit: Streitschlichtungsgruppen und Ausbildungen, soziales Lernen
und pädagogisches Wissen sollten ein höheres Ansehen innerhalb des Bildungswesens bekommen
und müssen gestärkt werden!

Das Team des FNF bedankt sich herzlich bei den Trainer*innen, die sich so engagiert für eineStreitschlichtung
friedlichere Gesellschaft einsetzen, beim Helmholtz-Gymnasium und seiner schon so starken undaktiven Streitschlichtungs-AG, beim BildungsForum LernWelten, die uns als Träger der Weiterbildung
zur Seite standen sowie bei den Kolleg*innen des Forum Ziviler Friedensdienst, die gemeinsam mit
uns den Bonner Friedenslauf 2019 organisiert haben und aus dessen Erlösen wir den
Streitschlichtungstreffreff finanzieren konnten.
Ein besonderer Dank gilt aber allen Schüler*innen, die sich in der eigenen Schule in der
Streitschlichtung engagieren und damit einen so wichtigen Teil zu einer gewaltfreien Konfliktkultur
beitragen, in der Schule und weit darüber hinaus!


Der General Anzeiger Bonn berichtete am 01. Februar 2020 unter dem Titel „Gipfel der
Friedensstifter“.

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