Am Dienstag, dem 06.10., luden wir gemeinsam mit dem Partnerschaftsverein Bonn-Ramallah e.V. zu einer besonderen Lesung in Bad Godesberg ein. Mahmoud Muna, Buchhändler und Kulturvermittler aus Jerusalem, und Matthew Teller, britischer Autor und Journalist, trugen Passagen aus ihrem neuen Buch "Daybreak in Gaza - Stories of Palestinian Lives and Culture" vor und verliehen den oftmals vernachlässigten Geschichten aus Gaza ein Gehör.
Nach einer Begrüßung durch Anna-Sophia Schwadorf, Vorstandsmitglied im Frauennetzwerk für Frieden, sowie durch den Partnerschaftsverein Bonn-Ramallah e.V. begann zunächst Matthew Teller mit dem Präsentieren einiger historischen Fakten, unter anderem zur Größe Gazas und der Entwicklung des Begriffs Palästina, der sich auf ein antikes Seefahrervolk von 1200 v. Chr. zurückführen lässt. Seine Präsentation beinhaltete zudem einige Auszüge aus den in „Daybreak in Gaza “ aufgezeigten Lebensrealitäten, vor allem von jüngeren palästinensischen Frauen.
Mahmoud Muna erzählte persönliche Anekdoten von seinem Buchladen, seiner Familie und seinen Freunden, die zu diesem Buch beigetragen haben. Zur Entstehungsgeschichte des Buchs erzählt er, er habe seine Freunde jeden Tag angerufen, um sich zu versichern, dass sie noch leben. Irgendwann habe er nach dem ersten Hallo direkt wieder aufgelegt: jeden Tag zu fragen, wie es dem anderen denn gehe, ergab keinen Sinn mehr. Dann aber dachte er sich, er wolle mehr wissen, wolle die Geschichte, Vergangenheit und die Träume seiner Freunde verbreiten. Als Buchhändler müsse er immer nur die Geschichten von anderen verkaufen, nun wollte er selbst einen Teil dazu beitragen.
Am Ende der Lesung hatte das Publikum Gelegenheit Fragen zu stellen. Sie interessierten sich zum Beispiel für die aktuelle Situation von Mahmouds Buchladen oder die Rezeption des Buches in Gaza. Der Gesprächsbedarf war bei allen groß. Der Abend endete mit einem Aufruf von Matthew und Mahmoud, explizit über das Buch zu reden und dessen Geschichten weiterzutragen und das Geschriebene „mit der eigenen Stimme zu hören“. Beiden Autoren war eins klar: Ihr Buch hätte nach wenigen Wochen irrelevant sein sollen, aber nun seien sie hier, drei Jahre später.
Trotz der Dramatik der geschilderten Geschichten trug die Haltung der beiden Autoren dazu bei, dass die Teilnehenden am Ende auch mit Hoffnung und inspiriert zu künftigen Aktionen aus der Lesung gehen konnten. Wir danken dem Partnerschaftsverein Bonn-Ramallah e. V. für die gute Zusammenarbeit und freuen uns auf weitere Kooperationsmöglichkeiten!


