"Stop nuclear weapons - peace is in your hands!" - so lautet der diesjährige Slogan zum Nuclear Abolition Day. Anlässlich dieses Tages hat das FNF nun einen internationalen Appell unterzeichnet.
Am 26. September erinnert der International Day for the Total Elimination of Nuclear Weapons (Internationaler Tag zur vollständigen Abschaffung von Atomwaffen oder "Nuclear Abolition Day") an das internationale Ziel einer Welt ohne Atomwaffen. Von der Generalversammlung der Vereinten Nationen 2013 beschlossen, wird er seit 2013 jährlich begangen. Ziel ist es, über die Gefahren von Atomwaffen aufzuklären, die internationale Aufmerksamkeit auf nukleare Abrüstung zu lenken und konkrete Schritte hin zu einer atomwaffenfreien Welt einzufordern.
Das Datum erinnert an den Vorfall am 26. September 1983, an dem die Menschheit sehr nah einem fatalen Atomkrieg entgangen ist: Als der sowjetische Offizier Stanislaw Petrow sich entschied, einen vermeintlichen US-Raketenangriff als Fehlalarm zu erkennen und diesen nicht zu melden. Dadurch widersprach er nicht nur seinen Befehlen, sondern verhinderte auch die reale Möglichkeit eines Vergeltungs-Atomschlags.
Gerade dieser Vorfall zeigt, dass es dabei nicht nur um die Frage geht, ob Atomwaffen tatsächlich eingesetzt werden. Bereits ihre Existenz bedeutet, dass ein Einsatz durch menschliche- und/oder technische Fehler, Eskalation oder bewusste Entscheidung möglich bleibt. Gleichzeitig werden weltweit weiterhin Atomwaffen modernisiert und große finanzielle Mittel für ihre Entwicklung und Stationierung aufgewendet. Die Vereinten Nationen bezeichnen die globale nukleare Abrüstung deshalb weiterhin als eine ihrer höchsten Abrüstungsprioritäten.
Auch dieses Jahr veranstaltet die Generalversammlung der Vereinten Nationen zu diesem Anlass am 29. September ein „UN High-Level Plenary Meeting on the Total Elimination of Nuclear Weapons“. Vor diesem Treffen wurde 2025 zum ersten Mal der sogenannte „Nuclear Abolition Day Appeal“ vorgestellt.
Der Nuclear Abolition Day Appeal ist eine 2025 aus einem Vorschlag von Peter und Cora Weiss und dem Netzwerk „Abolition 2000“ entstandene Initiative an das UN Office for Disarmament Affairs (UNODA). Ziel ist es, Organisationen stärker zusammenzubringen, sodass nicht nur individuell gearbeitet wird, sondern Kooperation gefördert wird, für das gemeinsame Ziel der Abschaffung der weltweit 12.300 Atomwaffen zu arbeiten und somit den UN-Gedenktag gemeinsam zu nutzen. Auch dieses Jahr wird er wieder beim UN High-Level Plenary Meeting on the Total Elimination of Nuclear Weapons vorgestellt.
Der Appeal richtet sich an Regierungen, Parlamente und politische Entscheidungsträger*innen, ob lokal, kommunal oder landesweit. Er fordert fünf konkrete Schritte (eigene Übersetzung). Die Entscheidungsträger*innen sollen:
- Bestätigen, dass der Einsatz von Atomwaffen oder die Drohung ihres Einsatzes unzulässig ist.
- Konkrete Maßnahmen durch Atomwaffenstaaten und ihre Verbündeten vorantreiben, um dieser Verpflichtung nachzukommen, einschließlich der Zurückziehung der Einsatzbereitschaft von Atomwaffen und der Verabschiedung von Richtlinien, niemals einen Atomkrieg zu beginnen;
- Sich dazu verpflichten, die weltweite Abschaffung von Atomwaffen spätestens bis zum 100. Jahrestag der Vereinten Nationen im Jahr 2045 zu erreichen, und unverzüglich Maßnahmen einzuleiten, einschließlich multilaterale Verhandlungen, um diese Verpflichtung umzusetzen;
- Die Ausgaben für Atomwaffen kürzen und öffentliche sowie private Investitionen in die Atomwaffenindustrie beenden; und
- Diese Mittel umleiten, um die Vereinten Nationen zu stärken, Friedenssicherung und Konfliktlösung voranzubringen, Maßnahmen zum Schutz des Klimas zu beschleunigen und menschliche sowie wirtschaftliche Bedürfnisse zu erfüllen, wie es Artikel 26 der Charta der Vereinten Nationen vorsieht.
Mehr als 2.000 Organisationen und prominente Persönlichkeiten aus 105 unterschiedlichen Ländern unterstützen den Appeal und dessen Forderungen. Auch wir als Frauennetzwerk für Frieden haben unterzeichnet, da unser Verständnis von Frieden und Sicherheit unmittelbar mit nuklearer Abrüstung verbunden ist.
Bild: Collage aus Einsendungen von FNF-Mitgliedern


