Heide Göttner-Abendroth

Das Matriarchat zeigt uns eine ausgeglichene, gleichberechtigte und friedliche Gesellschaft, ohne Krieg und das Gesetz der Herrschaft. Ich bin überzeugt, dass das Matriarchat für eine humane Welt gebraucht wird.

Heide Göttner-Abendroth ist Philosophin und Erforscherin matriarchaler Gesellschaften und Kulturen. Aufgewachsen in Ostdeutschland, entwickelte sie früh ein Interesse an egalitäre und friedliche Gesellschaften und stellte soziale Muster stets in Frage. Sie ist eine der Frauen, die im Rahmen der weltweiten Initiative „1000 Frauen für den Friedensnobelpreis 2005“ nominiert wurden.
1973 wurde sie zur Doktorin der Philosophie und Wissenschaftsgeschichte an der Universität München promoviert und lehrte dort zehn Jahre. Ihre Forschung über Strukturen, die vor dem Patriarchat bestanden, stellte ihre Weltanschauung und ihr Geschichtsverständnis auf den Kopf. Während des Protests gegen Frauendiskriminierung trat sie 1976 der Frauenbewegung bei und wurde eine Vorreiterin der Frauenforschung in Deutschland. Sie wurde als scharfsichtige Kritikerin des Patriarchats bekannt und wurde die Gründungsmutter der modernen Matriarchatsforschung.
1986 gründete Heide Göttner-Abendroth Hagia, die unabhängige Internationale Akademie für Matriarchatsforschung in Deutschland, welche hauptsächlich von Frauen besucht und unterstützt wird. In ihren viel gelesenen Büchern kämpfte sie gegen Vorurteile gegenüber matriarchalen Gesellschaftsformen. In ihrem 1988 veröffentlichten Hauptwerk "Das Matriarchat" zeigt sie, dass diese Gesellschaften nicht von Frauen dominiert werden, sondern dass sie auf dem Prinzip der Balance zwischen den Geschlechtern und Generationen und zwischen der Menschheit und der Natur beruhen. Mit den Werten der Mütterlichkeit und intelligenten Grundsätzen organisierten Frauen Gesellschaften der Gleichberechtigung, um Gewalt zu verhindern und Frieden zu erhalten. Sie basieren auf Kommunikation und Konsensfindung, nicht auf Herrschaft. Daraus gewann sie für die Zukunft der Menschheit die Vision eines wahrhaft humanen Lebens.
Im Jahr 2011 leitete Heide Göttner-Abendroth eine Konferenz zur Matriarchatspolitik mit dem Titel "Die Zeit ist reif. Wir gehen in eine lebenswerte Gesellschaft" in St. Gallen, Schweiz. Im Jahr 2012 erhielt sie den "Saga Award" der Association of Women & Mythology in Kalifornien.
Die Matriarchatsforschung war und ist Gegenstand von Angriffen durch wissenschaftliche, psychologische und christliche Gruppen, von der politischen Linken und Rechten, von Männern und Frauen. Sie wird von verschiedenen patriarchalischen Denkschulen und Institutionen von Männern und Frauen gleichermaßen als Bedrohung wahrgenommen.

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      Ansprechpartnerin: Heide Schütz

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      Frauennetzwerk für Frieden e.V.
      Dr. Werner-Schuster-Haus
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      D-53113 Bonn