Barbara Gladysch


Barbara GladyschMütter für den Frieden
Meine Utopie ist es, dass wir Mütter, wir Frauen, unsere Söhne vom Militärdienst fernhalten können, ganz gleich, in welchem Teil der Welt sie kämpfen sollen.

Barbara Gladysch, geboren 1940, arbeitete 36 Jahre lang als Sonderschullehrerin. Sie hat sich der Aufgabe gewidmet, Kindern weltweit ein Leben in Frieden zu sichern. "Kinder haben ein Recht auf Frieden und wir Erwachsene müssen ihn für sie schaffen", sagt Barbara Gladysch.
1981 gründete sie in Düsseldorf „Mütter für den Frieden“. Bereits zuvor hat sie sich in der Friedensbewegung engagiert, machte mit bei Blockaden vor Atomraketen-Stützpunkten, Menschenketten, Kundgebungen und Fastenaktionen. Mit russischen Müttern setzte sie sich zunächst im Krieg gegen Tschetschenien für den Frieden ein. Anfang der 1990er Jahre kümmerte sie sich um Kriegsflüchtlinge vom Balkan und gründete die Hilfsorganisation „Kinder von Tschernobyl“.
Als Barbara Gladysch 1996 zum ersten Mal nach Grosny, der Hauptstadt des vom Krieg zerrissenen Tschetschenien, reiste, berührte sie vor allem die Notlage der Kinder. Einige waren psychisch so stark geschädigt, dass sie nicht mehr sprachen, nicht mehr spielten und niemanden mehr direkt ansahen. 1997 gründete sie daher das Therapiezentrum Kleiner Stern in Grosny für Kinder, die im Krieg traumatisiert wurden. Hier werden Kinder durch Therapeuten/-innen und Erzieher/-innen ermutigt, über ihre Kriegserlebnisse zu sprechen, und sie lernen, wieder zu singen und zu tanzen.
1998 wurde sie mit dem Großen Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Viele weitere Auszeichnungen folgten, u.a. die Ehrenmitgliedschaft im Komitee der Russischen Soldatenmütter sowie dem Mac-Bride-Friedenspreis des internationalen Friedensbüros.
Das ihr 2005 zuerkannte Bundesverdienstkreuz I. Klasse lehnte Barbara Gladysch ab. Ende 2016 kündigte sie an, den Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen wegen der Abschiebung von 10 Flüchtlingen nach Afghanistan abzulehnen.

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