Marianne Grosspietsch

Marianne GrosspietschShanti Sewa Griha
Ich bin Leben, das leben will, inmitten von Leben, das leben will. - Albert Schweitzer

1992 gründete Marianne Grosspietsch Shanti Sewa Griha, eine Pflegeeinrichtung für Leprakranke in Katmandu. Darüber hinaus bietet Marianne auch den Armen, Behinderten und Verfolgten Obdach. Über 1.200 Menschen erhalten medizinische Hilfe, zudem gib es Kindergärten, Schulen und Werkstätten. Shanti wird von Einheimischen geleitet: zwei Frauen und sechs Männern. Marianne ist die inspirierende Quelle für alle. Sie kehrt oft nach Deutschland zurück, um Spenden für das Projekt aufzutreiben. Die umfassende soziale Integration ihrer Patienten/-innen ist ein anderer Hauptaspekt von Mariannes Arbeit.
Die Szene: Eine Versammlung im Zeremoniensaal des Kongresses von Nepal. Marianne Grosspietsch soll einen Preis für ihr soziales Engagement erhalten. Solche Zeremonien sind in Nepal heute sogar noch förmlicher als in den Zeiten der englischen Monarchie! Drei Reden werden gehalten, ein Hauch von Weihrauch liegt in der Luft. Der deutsche Botschafter geht zum Rednerpult und stellt fest, dass hier viel gelobt wird. "Ich würde Ihnen gerne von einer schlechten Angewohnheit der Geehrten erzählen ...", beginnt er. Schweigen, Verwirrung. Der Botschafter genießt den Moment - und fährt fort: "Sie kann niemandem nein sagen!" Und das stimmt. Marianne gelingt es fast nie, einen hilflosen Menschen abzuweisen, der zu Shanti kommt und um Aufnahme bittet: Ein neugeborenes Waisenkind wird gebracht, das zwei Tage am Straßenrand lag. An einem anderen Tag sieht Marianne einen jungen Mann, der sich auf den Händen vorwärts schiebt; Polio hat seine Beine zu dürren Knochen gemacht. Sie lädt ihn ein, mit ihr im Auto zu fahren. Drei Mädchen, etwa zehn Jahre alt, mussten als Kindersklavinnen für reiche Leute arbeiten. Sie flohen und bitten nun um ein Versteck, zunächst aber brauchen sie Essen und Pflege. Solche Fälle kommen jeden Tag vor und Shanti scheint bereits vor lauter Hilfesuchenden aus allen Nähten zu platzen. 
Eine kleine Kommission muss entscheiden, ob jemand aufgenommen werden kann oder nicht. Aber jedes Kind, jede Frau, jeder alte Mann kann einige Tage "auf Probe" bleiben. Das System funktioniert. Diejenigen, die bleiben dürfen, können sich aussuchen, welche Arbeit sie in den Werkstätten machen wollen. Alle haben die Chance, sich gebraucht zu fühlen und einen kleinen Lebensunterhalt zu verdienen, egal, wie eingeschränkt sie sind. Das Erfinden neuer Produkte für die Werkstätten ist eine von Mariannes Lieblingsbeschäftigungen. Aber noch lieber kümmert sie sich um die Kinder und die älteren Menschen.
Nepal erleidet einen Bürgerkrieg, in dem Maoisten/-innen Schrecken verbreiten, weite Teile des Landes erobern und mit Brutalität herrschen. Die Hauptstadt Katmandu ist vom Hinterland abgeschnitten, und häufig bringt ein erzwungener Generalstreik alles Leben zum Stillstand. Armut, Angst und Verwüstung gehören zum Alltag.
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