Bertha von Suttner

Bertha von Suttner war eine Pazifistin, Friedensforscherin, -aktivistin und Schriftstellerin, die Zeit ihres Lebens leidenschaftlich gegen Kriege und für Abrüstung und Frieden kämpfte. Sie war eine Vordenkerin der Vereinten Nationen.

Bertha von Suttner

Bertha von Suttner wird 1843 in Prag geboren und entstammt einer adeligen Familie von Militärs. Sie wächst auf im aristokratischen Umfeld der österreichisch-ungarischen k.u.k. Monarchie, die stark militaristisch geprägt ist, lernt verschiedene Sprachen und beschäftigt sich mit Musik und Reisen. Mit ihrem Mann Arthur geht sie nach Georgien, wo sie den russisch-türkischen Krieg von 1877 miterlebt. Um sich ihren Lebensunterhalt zu verdienen, schreibt sie unter einem männlichen Pseudonym gesellschaftskritische Essays, Kurzgeschichten und Fortsetzungsromane. Die Frage nach der Berechtigung von Kriegen treibt sie auch nach ihrer Rückkehr nach Österreich um.

Rache und immer wieder Rache! Keinem vernünftigen Menschen wird es einfallen, Tintenflecken mit Tinte, Ölflecken mit Öl wegwaschen zu wollen. Nur Blut, das soll immer wieder mit Blut ausgewaschen werden. 

Auch die Beteiligung von Frauen am gesellschaftlichen und politischen Leben ist ihr eine Herzensangelegenheit.

Vielleicht ist eine weltumfassende Schwesterlichkeit notwendig, ehe eine brüderliche Verständigung der gesamten Menschheit möglich wird.

1889 erscheint ihr Antikriegs-Roman "Die Waffen nieder! eine Lebensgeschichte", der großes Aufsehen erregt und Bertha von Suttner zu einer der bekanntesten Vertreter*innen der Friedensbewegung macht. Von nun an wird sie auch politisch aktiv, reist zu Kongressen, hält Vorträge, gibt Zeitschriften heraus und gründet Friedensgesellschaften. Außer für den Frieden setzt sie sich für die Rechte von Frauen und mit ihrem Mann gegen den weit verbreiteten Antisemitismus ein. 1899 nimmt sie als einzige Frau und Nicht-Regierungsvertreterin an der 1. Haager Friedenskonferenz in Den Haag teil und reist in den folgenden Jahren für Vorträge durch Europa und Nordamerika.
Schon früh hat sie Bekanntschaft mit dem Millionär Alfred Nobel gemacht, für den sie kurze Zeit als Sekretärin gearbeitet hatte. In den späteren Jahren verbindet die beiden eine enge Freundschaft. Als Alfred Nobel 1896 stirbt, stiftet er einen Preis "für denjenigen oder diejenige, welcher oder welche am meisten oder besten für die Verbrüderung der Völker, für die Abschaffung oder Verminderung der stehenden Heere sowie für die Bildung und Verbreitung von Friedenskongressen gewirkt hat." Bereits bei der Abfassung seines Testaments hat er also an Bertha von Suttner als Preisträgerin gedacht. Dennoch wird sie bei den ersten Verleihungen übergangen, bis sie schließlich den Friedensnobelpreis 1905 als erste Frau erhält.
In ihren späten Schriften setzt Bertha von Suttner sich intensiv mit den Gefahren von Massenvernichtungswaffen auseinander und warnt immer wieder vor dem Ausbrechen eines großen Krieges. Für sie ist die Kriegsgefahr 1914 real, aber es bleibt ihr erspart, den Beginn des Ersten Weltkrieges mitzuerleben. Sie stirbt im Juni 1914 an einem Krebsleiden.

 

Seit 2005 gibt es eine Ausstellung zum Leben Bertha von Suttners, die wir auch verleihen. Sie kann hier vorab als PDF angesehen werden. Bei Interesse an einer Ausleihe melden Sie sich einfach bei uns im FNF-Büro.

 

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