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Herzlichen Glückwunsch

Beitrag veröffentlicht am 31.01.2012 um 13:46:41

Dr. Lea Ackermann, Ehrenmitglied des Frauennetzwerks für Frieden e. V. und eine der 1000 FriedensFrauen weltweit, die 2005 für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen wurden, feiert heute, 2. Februar, ihren 75. Geburtstag. Dazu gratulieren wir ihr sehr herzlich und wünschen ihr weiterhin so viel Energie, Gesundheit und Phantasie, wie sie bislang entwickeln und haben durfte.

Dr. Lea Ackermann ist Gründerin von SOLWODI – Solidarity with women in distress- Solidarität mit Frauen Not mit Sitz in Boppard- Hirzenach. In ihrer Einladung zur Geburtstagsfeier schreibt sie: „Als Gründerin von SOLWODI ist mir die Arbeit für und mit Frauen und Kindern in Not und Gewaltsituationen das wichtigste Anliegen. Deshalb bitte ich alle Gäste, auf persönliche Geschenke zu verzichten und stattdessen unsere wichtige Arbeit mit einer Spende zu unterstützen.“ Vielleicht gibt es ja auch unter unseren Leserinnen und Lesern Menschen, die diese Arbeit unterstützen möchten. Eine Kontoverbindung:
Volksbank Mittelrhein e.G.
BLZ 570 900 00, Kto. 656 565 1000.

Weitere Informationen finden Sie unter www.solwodi.de

 

 

Gender, Equality and Development

Beitrag veröffentlicht am 03.01.2012 um 12:53:45

Der Themenbereich Geschlechtergerechtigkeit und Entwicklung berührt zentrale Arbeitsbereiche des Frauennetzwerk für Frieden e.V. Deshalb bin ich sehr gespannt der Einladung des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit (BMZ) gefolgt, das am 30. November 2011 in Berlin den diesjährigen Weltentwicklungsbericht der Weltbank vorgestellte. Zum ersten Mal in der Geschichte der Weltbank ist dieser Bericht dem Thema Gleichstellung der Geschlechter weltweit gewidmet.

Einleitend betonte Anna Revenga (Sector-Director, Menschliche Entwicklung; Co-Direktorin und Sonderbeauftragte, Weltentwicklungsbericht 2012, Weltbank), dass Geschlechterunterschiede mit Wachstum nicht automatisch verschwänden und für jegliche Entwicklung äußerst bedeutungsvoll seien. Der intrinsische Wert der Geschlechtergleichheit wird in dem Bericht deshalb besonders hervorgehoben. Geschlechtergleichheit wird nicht als Mittel zu einem Zweck, wie etwa der Ankurbelung der Wirtschaft, angesehen, sondern wird gleichgesetzt mit der Realisierung der Menschenrechte. Auch die Situation von Jungen und Männern ist deshalb in dem Bericht unter der Perspektive der Menschenrechte berücksichtigt worden.

Eine interessante Dimension des Berichts zeigt sich darin, dass ein Fokus auf die verschiedenen Altersphasen von Frauen gerichtet ist. Der erlaubt eine differenzierte Betrachtung der Probleme- etwa vorgeburtliche Einflussnahmen auf Frauen zu untersuchen, wie zum Beispiel Geburtenregelungen, Abtreibungen etc., die ja Mädchen in besonderer Weise betreffen.

In der dem Vortrag folgenden Diskussion wurden Kritikpunkte aus unterschiedlichen Perspektiven formuliert. Wolfgang Kanera, der das BMZ vertrat, wies darauf hin, dass in Übereinstimmung mit den Forderungen des Berichts alle Projekte des BMZ vor ihrer Zulassung unter Aspekten des gender mainstreaming begutachtet würden.

Die Ethnologin und Frauenrechtsaktivistin Shalini Randeria kritisierte u.a., dass der Bericht zu sehr die mikroökonomische Ebene des Einzelhaushalts in den Mittelpunkt der Analyse stelle und dabei die makroökonomische Ebene vernachlässige. Die öffentliche Sozialpolitik in einzelnen Ländern werde nicht ausführlich genug betrachtet. So sollten Problematiken wie Müttersterblichkeit in Indien in den Kontext des Kampfes um einen öffentlichen Gesundheitssektor gestellt werden.

Aus der Perspektive des Evangelischen Entwicklungsdienstes merkte Karin Döhne kritisch an, dass Gleichberechtigung durchaus auch ein Element der „smart economy“ sei und deshalb ihre Zielstellungen auch in diesem Sektor ausschlaggebend sein müssten.

Revenga hob abschließend hervor, dass der Weltentwicklungsbericht als ein Werkzeug verstanden werden sollte, mit dem weiter gearbeitet werden müsse. Kenntnisse vieler Frauenorganisationen weltweit seien in den Bericht eingegangen und mit ihm wird der Anspruch erhoben „the poorest woman in the poorest country“ zu berücksichtigen.

Der Bericht ist für alle, die sich für Fragen der Geschlechtergerechtigkeit und Menschenrechte interessieren und engagieren eine Fundgrube wichtiger Informationen. Er ist im Internet zu finden unter

elibrary.worldbank.org/content/book/97808213881

Außerdem kann er beim BMZ kostenlos angefordert werden:
Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit
Dahlmannstr. 4
Postfach 120322
53045 Bonn