| 1000 FriedensFrauen Weltweit |
Internet-Übersetzung des Buches "1000 Peace Women Across the Globe" ins Deutsche
Ein neues Internetportal (buchdeutsch.1000peacewomen.org/) lädt Sie ein, in deutscher Sprache 1000 Frauen und ihre unterschiedliche Friedensarbeit kennen zu lernen. Sie können gezielt suchen oder einfach nur blättern und sich überraschen lassen; Sie können sich an Ländern, an Regionen oder an Themen orientieren, Sie können Minuten oder auch Stunden verweilen. Verschiedene Begleittexte machen Sie näher mit dem Projekt vertraut.
Die englische Sprache war die erste verbindende Sprache dieses globalen Projektes, 1000 Frauen für den Friedensnobelpreis 2005 zu nominieren. Viele Nationalsprachen wurden zunächst ins Englische übersetzt, um eine internationale Verständigung zu ermöglichen. Doch bedeutet das nicht, dass damit allen Menschen ein Zugang eröffnet wird. Für viele Menschen im deutschsprachigen Raum blieb die Textsammlung ein geheimnisvoller Garten mit einer verschlossenen Tür oder zumindest ein Garten voller Steine und Disteln. Es war unser Bemühen, diese Tür aufzuschließen und den Reichtum dahinter sichtbar werden zu lassen.
Die sprachliche Umsetzung der Idee war eine große Herausforderung. Um einen Sachverhalt auszudrücken, braucht die deutsche Sprache mehr Zeichen als die englische. Die zulässige Anzahl der Zeichen war jedoch begrenzt, denn es sollte eine Fassung erstellt werden, die im gleichen Format angelegt war wie die englische Buchfassung. Außerdem sollte die deutsche Version in einer geschlechtergerechten Sprache erstellt werden! Nicht immer fand sich ein integrativer Begriff, sondern neben der männlichen Form sollte die weibliche Form sprachlich explizit - und nicht mit dem großen I, da dies international nicht eingeführt ist - verwendet werden. Aber handelte es sich wirklich immer um Männer und Frauen? Waren nicht manchmal nur Männer oder nur Frauen gemeint? Grammatisch gibt die englische Sprache keinen Anhaltspunkt, dieser kann nur aus dem Kontext aus dem Fundus umfassender internationaler Kenntnisse der politischen und sozialen Realitäten erschlossen werden.
Dieser internationale Kontext war immer wieder trotz moderner Möglichkeiten der Recherche eine große Herausforderung an das Team der Übersetzerinnen, Übersetzer und Lektorinnen, wobei erschwerend hinzu kam, dass viele Texte bereits selbst Übersetzungen waren, denn dadurch traten ggf. erste Sinnverschiebungen auf.
Eine weitere schwierige Aufgabe war die Vermeidung der englischen Fachbegriffe. Die bequeme Übernahme der in Fachkreisen eingeführten englischsprachigen Termini wie gender und advocacy, empowerment und peace building, awareness raising und capacity building u.a.m. sollten weitgehend vermieden werden, damit nicht gerade bei entscheidenden Kerninhalten doch wieder die Barriere der englischen Sprache aufgebaut wurde. Zugegeben: die Versuchung war groß und die Übernahme der englischen Termini hätte vieles einfacher gemacht. Eine Ausnahme macht der Begriff "gender", der neben dem deutschen Wort Geschlecht (in seiner sozialen, nicht in der biologischen Funktion) häufiger, aber nicht durchgehend verwendet wird. Bei den Organisationsbezeichnungen, die aus Kostengründen leider weder kursiv noch fett hervorgehoben werden konnten, finden Sie überwiegend sowohl englische Namen als auch deutsche Arbeitsübersetzungen. Bei den genannten Entscheidungen werden wir sicherlich nicht nur Zustimmung erhalten, aber wir hoffen auf Verständnis.
Eine weitere Vorgabe war der Faktor Zeit, denn der zeitliche Rahmen des Übersetzungsprojekts war festgelegt.
Wir betrachten diese Werkfassung nicht als abgeschlossen, sondern sehen sie in einem möglichen Veränderungsprozess: Rückmeldungen sind willkommen.
Das Frauennetzwerk für Frieden möchte mit dieser Übersetzung der Porträts der 1000 FriedensFrauen und aller Begleittexte einen wichtigen Beitrag für das Projekt und seine Zielrichtung leisten.
Im Einzelnen danke ich sehr herzlich folgenden Übersetzerinnen und Übersetzern:
Markus Backenecker (Kassel), Anja Bengelstorff (Nairobi, Kenia), Christine Bücker (Berlin), Pia Graf (Neuburg), Doris Hager-Hämmerle (Hittisau, Österreich), Anneke Halbroth (Berlin), Ingrid von Heiseler (Wolfsburg), Anne Kosbab (Mainz), Wolfram und Renate Leonhardt (Bonn), Julia Otto (Essen), Margret Otto (Berlin), Corina Ramsauer (Hard, Österreich), Dorothea Shaw (Glienicke)
sowie den beiden Lektorinnen:
Dr. Angelika Schneider (Lilienthal) und Martina Schöttes (Berlin).
Die Übersetzung und Internetpräsentation wurden finanziell ermöglicht durch die freundliche Unterstützung des Auswärtigen Amtes/Projekt zivik des Instituts für Auslandsbeziehungen (ifa), der Frauenstiftung filia, des Rheinland-Pfälzischen Ministeriums des Innern und für Sport, der Foundation for Subjective Experience and Research (S.E.R. Stiftung, Schweiz), der Stiftung Apfelbaum, der Soroptimists International: Club Bonn-Bad Godesberg und Club Bonn-Siebengebirge, sowie der zahlreichen individuellen Spenderinnen und Spender aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und den Niederlanden. Ihnen allen sagen wir unseren herzlichsten Dank!
Heide Schütz
Frauennetzwerk für Frieden e.V., Koordinatorin
Ausstellung 1000 FriedensFrauen Weltweit in Deutschland
Ausleihe der Ausstellung "1000 PeaceWomen across the Globe"
Das Frauennetzwerk für Frieden verleiht für eine Ausstellung die Portraitkarten der 1000 Friedenfrauen (ehem. Projekt "1000 PeaceWomen for the Peace Nobel Prize 2005 ")
Größe: DinA5, Unkosten: für Mitglieder: 50,- , für Nichtmitglieder: 100,- € (+ Versand)
Wir unterstützen Sie auch gerne bei der Gestaltung eines Rahmenprogramms.
Bitte nehmen Sie bei Interesse Kontakt mit uns auf.
Weitere Informationen zur Ausstellung: www.1000peacewomen.org
Projekt "1000 FriedensFrauen Weltweit"
Das Projekt "1000 Frauen für den Friedensnobelpreis 2005" startete 2003, um die Friedensarbeit von Frauen auf der ganzen Welt sichtbar zu machen und den Frauen die Ehrung zuteil werden zu lassen, die sie verdienen: den Friedensnobelpreis. Stellvertretend für alle sollte diesen 1000 Frauen die höchste Anerkennung zuteil werden. Frauen zeigen die Grausamkeiten des Krieges auf, vermitteln zwischen verfeindeten Gruppen, rufen zur Versöhnung auf und bauen Zerstörtes wieder auf. Sie transformieren Konflikte, kämpfen gegen Armut und für Menschenrechte. Sie suchen in Südamerika nach verschwundenen Angehörigen, kreieren alternative Einkommensmöglichkeiten, bilden aus, heilen, reintegrieren HIV-Patienten, setzen sich für den Zugang zu Land und sauberem Wasser ein, finden Lösungen gegen alle Formen der Gewalt und wehren sich gegen die genitale Verstümmelung von Mädchen. Sie sind Expertinnen der Friedenskultur.
Millionen von Frauen leisten weltweit, oft unter schwierigsten Bedingungen und unter Lebensgefahr, allerdings weitgehend unbemerkt von der öffentlichen Aufmerksamkeit, wichtigste Friedensarbeit für das Wohl der Gemeinschaft: lokal, regional und überregional, global.
Etwa zwei Jahre lang hat die Initiative, unterstützt durch zahllose Frauen und unterschiedlichste Organisationen und einige Regierungen, die Namen von Friedensstifterinnen rund um den Globus gesammelt. Aus mehr als 2000 Nominierungen wurden mit Hilfe von 20 regionalen Koordinatorinnen 1000 Frauen ausgewählt. Die Zahl ist symbolisch, spiegelt aber die Stärke und Vielfalt der Frauenfriedensarbeit wieder. "Frieden kann man niemals alleine erreichen. Darum schließen sich Frauen in Netzwerken, Gruppen und Allianzen zusammen", schrieb die Initiatorin des Projektes, die Schweizer Europarätin Ruth-Gaby Vermot im Vorwort zu der beeindruckenden Projektdokumentation "1000 PeaceWomen Across the Globe", die im Herbst 2005 im Schweizer Kosmos Verlag erschien und durch die Initiative des Frauennetzwerk für Frieden seit 2008 in deutscher Übersetzung online vorliegt: buchdeutsch.1000peacewomen.org
Der Friedensnobelpreis 2005 wurde dem Projekt nicht verliehen, aber die 2208 Seiten dicke englischsprachige Dokumentation ist ein Katalog der Vorbilder. Jede der tausend Frauen wird auf einer Doppelseite mit Bild und Kurzbiografie vorgestellt: 1000 Modelle, die sichtbar machen, wie man in schwierigen, manchmal hoffnungslos erscheinenden Situationen kreativ und erfolgreich Konflikte bearbeiten kann. Es wurden auch eine Ausstellung und der Film "1000 Frauen und ein Traum" in deutscher und englischer Version erstellt. Das Projekt wird ständig weiterentwickelt unter dem Namen "1000 PeaceWomen Across the Globe"/ "1000 FriedensFrauen Weltweit".
Das Frauennetzwerk für Frieden hat sich seit 2003 engagiert an dem Projekt beteiligt durch seine Unterstützung bei der Nominierung, die deutsche Online-Übersetzung, die Ausleihe und das Angebot einer Einführung in die Ausstellung (s. Rubrik "Ausstellung"), die Unterstützung einzelner Friedensfrauen, Öffentlichkeits- und Lobbyarbeit.
Die breite Lobbyarbeit soll ermöglichen, dass Frauen, wie im Jahr 2000 in der UN-Resolution 1325 des Sicherheitsrates gefordert, in wichtige Friedens- und Entscheidungsprozesse auf allen Ebenen gleichberechtigt und in vollem Umfang mit einbezogen werden und somit die UN-Resolution 1325 endlich umgesetzt wird: FriedensFrauen an die Friedenstische.
Weitere Informationen unter: www.1000peacewomen.org
Ausstellung 1000 FriedensFrauen Weltweit in Deutschland
Ausleihe der Ausstellung "1000 PeaceWomen across the Globe"
Das Frauennetzwerk für Frieden verleiht für eine Ausstellung die Portraitkarten der 1000 Friedenfrauen (ehem. Projekt "1000 PeaceWomen for the Peace Nobel Prize 2005 ")
Größe: DinA5, Unkosten: für Mitglieder: 50,- , für Nichtmitglieder: 100,- € (+ Versand)
Wir unterstützen Sie auch gerne bei der Gestaltung eines Rahmenprogramms.
Bitte nehmen Sie bei Interesse Kontakt mit uns auf.
Weitere Informationen zur Ausstellung: www.1000peacewomen.org
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